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Autobauer Great Wall Motors : Chinesen bauen Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland mit

Bild: dpa

Die Brennstoffzelle ist das nächste große Ding. Doch die deutschen Autohersteller zögern noch. Ausgerechnet ein chinesischer Autobauer engagiert sich nun für den Tankstellenbau in Deutschland.

          Alle reden über Elektroautos und Batterien, das nächste große Thema aber ist die Brennstoffzellen-Technologie. Wasserstoff ist hier der Treibstoff für einen Elektromotor – das klimaschädliche CO2 fällt nicht an. In Deutschland ist davon noch wenig zu sehen, außer Daimler hat kaum ein Autohersteller die passenden Modelle im Programm, und das Tankstellennetz ist noch löchrig.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Jetzt aber könnte Bewegung in die Sache kommen, denn ausgerechnet ein chinesischer Autohersteller macht Tempo. Great Wall Motors, Marktführer für Geländewagen und Pickups in China, steigt in das Unternehmen H2 Mobility ein, das sich den Ausbau des Tankstellennetzes für Brennstoffzellen-Autos auf die Fahnen geschrieben hat.

          „Wir begrüßen es, jetzt einen weiteren Autohersteller im Gesellschafter-Kreis zu haben“, kommentiert Nikolas Iwan, Geschäftsführer von H2 Mobility das Engagement von Great Wall Motors – denn bisher sei die Gesellschafter-Struktur noch sehr stark von Gaslieferanten (Linde und Air Liquide) sowie Tankstellenbetreibern (Shell, OMV und Total) geprägt. „Wir sind überzeugt, dass uns die intensive Zusammenarbeit mit der Autoindustrie voranbringt.“

          Ein Great-Wall-Geistesblitz

          Dass ausgerechnet ein chinesischer Autohersteller der zweite im Bunde ist, hängt direkt mit Iwan zusammen. Geplagt vom Jetlag wälzte er eines nachts in seinem Hotel in Südkorea seine Probleme – und hatte dann den Geistesblitz, dass er Great Wall anschreiben könnte, nachdem der Autohersteller ihn am Vorabend mit einer spannenden Veranstaltung beeindruckt hatte.

          Anfang 2018 war das, und diesen Mittwoch ist die Grundsatzvereinbarung (Memorandum of Understanding) unterschrieben worden. Ist diese Absichtserklärung ernst zu nehmen? „Ja. Der Eigentümer steht voll dahinter“, sagt Iwan: „Ich kenne den Vorsitzenden von Great Wall Motors, Wei Jianjun, habe ihn persönlich getroffen.“

          In China wird die Subvention von Batterieautos schon reduziert

          Für den chinesischen Autohersteller geht es der Pressemitteilung zufolge auch darum, in Deutschland Erfahrung zu sammeln mit dem Aufbau einer Tankstellenstruktur für Wasserstoff, denn die Brennstoffzellen-Technologie wird in China gefördert, während die Subvention von Batterieautos schon reduziert wird. Ausdrücklich plant Great Wall die Expansion in Europa, mit Fokus auf die frühen Wasserstoffmärkte, zu denen Deutschland zählt.

          Mittelfristig lautet das Ziel, das Netz auf 400 Stationen auszubauen. Wie schnell das geht, ist abhängig vom Markt – noch gibt es nicht allzu viele Serienfahrzeuge. Die Autos, die bei H2 Mobility tanken, heißen derzeit meist noch Toyota Mirai oder Hyundai Nexo, und diese beiden Hersteller wollen in den nächsten Jahren weitere Wasserstoff-Modelle auf den Markt bringen. Auch Mercedes, wo man lange Erfahrung mit Brennstofftechnologie hat, aber bisher nur in Kleinserien, geht in die Offensive. Voriges Jahr auf der IAA wurde ein Konzeptfahrzeug vorgestellt, ein Hybridmodell mit Batterie und Wasserstofftank auf Basis des Geländewagens GLC.

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