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Parfumstadt Grasse : Die neue Flower-Power

Bild: F.A.Z., Helmut Fricke

Das französische Grasse war als Weltstadt der Parfumindustrie bedroht. Es brauchte einen deutschen Roman, um an die Tradition zu erinnern. Nun aber kehren junge Leute, die großen Konzerne und die Duftmeister der Branche zurück.

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          Für François Demachy gibt es keinen schlechten Geruch – Schwefelwasserstoff aus Stinkbomben ausgenommen. Aber sonst? Fehlanzeige. Für einen Mann wie ihn sind beinahe alle Düfte zumindest „interessant“. Selbst den schwarzgrauen Klumpen, die er aus einem Glasbehälter auf seinem Schreibtisch herausholt, kann der Franzose faszinierende Noten abgewinnen. Bei den pflaumengroßen Brocken – Amber genannt – handelt es sich um Material aus dem Magen eines Pottwales. Es sind buchstäblich Kotzbrocken der Meereswelt.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Nachdem die Wale kleine Tintenfische oder Kraken gefressen haben, verkleben sich unverdauliche Teile wie Schnäbel oder Kiefer durch die Sekrete im Verdauungstrakt; irgendwann erbrechen die Säugetiere die Ballen oder scheiden sie als Kot aus. Oft treiben diese Klumpen dann jahrzehntelang im Salzwasser und werden von der Sonne bestrahlt. „Dieser wird auf hundert Jahre geschätzt“, sagt Demachy und lässt seine Besucher an dem Meeresschatz riechen. Parfumhersteller nutzen Amber für seltene Düfte, in manchen Gegenden gilt es auch als aphrodisierend. Ein Kilogramm kostet mindestens 20.000 Euro. „Amber gibt den Parfums eine unglaubliche Tiefe und Reichhaltigkeit“, schwärmt Demachy.

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