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Fahrradkuriere protestieren : Gegenwind für die 10-Minuten-Lieferung

Demonstranten blockieren am vergangenen Donnerstag ein Gorillas-Lager in Berlin. Bild: AP

Die schnelle Lebensmittel-Lieferung des Start-ups Gorillas galt bislang als Erfolgsgeschichte. Doch nun machen die Kuriere mobil. Müssen die Kunden in ihren Erwartungen einen Gang zurückschalten?

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          Kağan Sümer will, dass seine Botschaft ankommt. Der 33 Jahre alte Gründer des Lebensmittel-Lieferdienstes Gorillas spricht wie ein Fußballtrainer vor dem alles entscheidenden Endspiel zu seinen Angestellten. Mit eindringlicher Stimme beginnt er seine Sätze rhythmisch mit sich wiederholenden Satzanfängen. „Ich will, dass meine Bike-Crew auf ihren Fahrrädern stolz ist“, sagt er. „Nichts in unserem Geschäft macht uns stolzer, als diese Mentalität im Kern unseres Geschäfts zu haben.“

          Bastian Benrath
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Sümer steht unter Druck. Bislang führte er eines der am meisten gefeierten Start-ups Deutschlands: Investoren steckten binnen vier Monaten mehr als 280 Millionen Euro in den Lebensmittel-Lieferdienst Gorillas und ließen das Jungunternehmen schneller als jedes andere zuvor in Europa die Bewertung von einer Milliarde Dollar erreichen. Doch in der vergangenen Woche drohte das so gekürte „Einhorn“ eher zum am meisten kritisierten Start-up Deutschlands zu werden: Protestierende Kuriere legten mit wilden Streiks mehrere seiner Auslieferlager in Berlin lahm. Demonstranten, teils aus der linksalternativen Szene, schlossen sich den Protesten an und blockierten über mehrere Tage verschiedene Standorte.

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