https://www.faz.net/-gqe-90ay1

Die wichtigsten Informatiker der Welt : Googles Gehirne

Google optimiert sich komplett mit modernen KI-Methoden. Bild: Reuters

Der Technologiekonzern Alphabet hat unzählige Fachleute für Künstliche Intelligenz angestellt. Darunter sind die Besten der Welt – zum Beispiel der „Pate“ der neuronalen Netze.

          Wo Peter Norvig auftritt, da geht es um die Zukunft. „Wir haben hunderttausend Mal mehr Rechenleistung“, sagt er zum Beispiel, oder: „Wir können soviel mehr tun heute.“ Norvig ist einer der angesehensten Fachleute für Künstliche Intelligenz (KI) auf der ganzen Welt. Er arbeitete für Sun Microsystems, war jahrelang Forschungsdirektor der Weltraumbehörde Nasa, hat das Standardlehrbuch über Künstliche Intelligenz geschrieben, 1200 Seiten über Mathematik, Informatik, Computerentwicklung, Ideen.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Norvig hat ein Profil, das genau passt zu den Wünschen der amerikanischen Technologie-Holding Alphabet, zu der Google gehört. Wenn es um KI geht, beschäftigt der Konzern eine womöglich einzigartige Gruppe von Fachleuten.

          Leute wie Norvig sollen innerhalb von Google helfen, Produkte und Arbeitsprozesse „intelligenter“ zu machen. Und nach außen erzählen, was dieser Fortschritt nicht nur für Google bedeutet, sondern für jeden einzelnen Menschen und jede Branche. Kürzlich diskutierte er beispielsweise an der University of New South Wales in der australischen Großstadt Sydney. „Wir wollen junge Menschen ermutigen, Informatik als Studienfach zu wählen“, sagte er dort über seine Mission.

          Peter Norvig ist einer der leitenden KI-Wissenschaftler von Google.

          Geoffrey Hinton ist öffentlich weniger präsent als Peter Norvig – in seinem Spezialgebiet, den sogenannten künstlichen neuronalen Netzen, ist er allerdings eine Instanz, manche sagen: die Instanz. Als „Pate“ oder „Elder Statesman“ des Deep Learning wird er häufig bezeichnet. Hinton forscht seit Jahrzehnten auf diesem Gebiet und war auch dann davon überzeugt, als es die meisten nicht waren.

          Der gebürtige Brite, zu dessen Vorfahren der berühmte Mathematiker George Boole gehört, wollte schon immer wissen, wie Intelligenz zustande kommt, wie etwa das Gehirn funktioniert. Er studierte in Cambridge zunächst Psychologie, was ihn allerdings nicht gänzlich zufriedenstellte. Daran knüpfte er deshalb eine Promotion im schottischen Edinburgh über künstliche neuronale Netze – als andere Ansätze innerhalb der künstlichen Intelligenz als vielversprechender galten.

          Geoffrey Hinton beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit neuronalen Netzen.

          In den achtziger Jahren gelang ihm ein wichtiger Durchbruch, ein weiterer dann im Jahr 2006. Schließlich gewann er mit seinen Studenten Alex Krizhevsky (arbeitet auch für Google) und Ilya Sutskever (arbeitete für Google und derzeit für Elon Musks Unternehmung Open AI) einen prominenten Bilderkennungswettbewerb im Jahr 2012. Und er gründete ein Unternehmen, das Google alsbald übernahm.

          Hinton hatte da schon ein „Praktikum“ am Google-Hauptsitz im kalifornischen Mountain View hinter sich. Kalifornien kannte er gut, in den achtziger Jahren arbeitete er als Forscher dort an einer Universität. Schließlich lockte ihn eine kanadische Forschungseinrichtung weg, er ging als Professor nach Toronto – auch, weil ihn zunehmend störte, dass vor allem das amerikanische Verteidigungsministerium viel Forschung im Bereich der Künstlichen Intelligenz finanzierte.

          Mit seinem Lehrstuhl in Toronto besetzte er international eine Nische. Einer seiner Mitarbeiter war vorübergehend Yann LeCun, der mittlerweile Forschungschef für Künstliche Intelligenz von Facebook ist. Und einer seiner früheren Doktoranden heißt Russ Salakhutdinov, der Professor an der im Bereich der Künstlichen Intelligenz renommierten Carnegie Mellon University in Pittsburgh ist und außerdem KI-Forschungschef des amerikanischen Technologieunternehmens Apple.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Handelskonflikt : Spielt China seinen nächsten Trumpf aus?

          Mitten im Handelskrieg der beiden größten Wirtschaftsmächte verkauft Peking so viele amerikanische Staatsanleihen wie seit Jahren nicht mehr. Zieht China nach seiner angedrohten Beschränkung des Exports der Seltenen Erden nun seine nächste Waffe?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.