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Die wichtigsten Informatiker der Welt : Googles Gehirne

Gut vernetzt war und ist wiederum Hinton neben LeCun mit dem ebenfalls in Kanada lehrenden KI-Professor Yoshua Bengio, dessen Doktorand Ian Goodfellow wiederum vor drei Jahren eine bahnbrechende Idee realisierte: schlaue Computerprogramme, die andere Computerprogramme in einem Wettstreit intelligenter machen. Auch dieser Shooting-Star der Künstlichen Intelligenz arbeitet mittlerweile für Google.

Professorin aus Stanford

Als KI-Chefwissenschaftlerin für seinen Cloud-Bereich hat der Suchmaschinenbetreiber wiederum unlängst die in Peking geborene Informatikerin Fei-Fei Li engagiert, die zugleich das KI-Forschungslabor in Stanford führt. Sie rief ursprünglich jenen Bilderkennungswettstreit mit ins Leben, den Hinton mit seinen Studenten gewann.

Damals wiederum arbeitete für Google noch ein anderer Stanford-Wissenschaftler namens Andrew Ng, der nicht nur Google Brain mitgründete, wie eine Abteilung für Künstliche Intelligenz heißt, sondern später vorübergehend KI-Forschungschef des chinesischen Internetunternehmens Baidu war. Das zeigt auch, wie vernetzt die Forschung zur Künstlichen Intelligenz ist rund um die Welt und verteilt über viele innovative Unternehmen. Ng soll übrigens auch Hintons Google-Praktikum angeregt haben.

Sogar Eric Schmidt war überrascht

Dass Googles Entscheider auch eher extreme Ansichten unter den Forschern vertreten sehen möchten, zeigt der Informatiker und Futurist Ray Kurzweil. Er gehört zu jenem Kreis von Fachleuten, die erwarten, dass vielleicht schon Mitte dieses Jahrhunderts Maschinen Menschen in nahezu jeder Hinsicht überholt und abgehängt haben werden. Der amerikanische Präsident Bill Clinton ehrte ihn im Jahr 1999 mit der höchsten Auszeichnung der Vereinigten Staaten für technische Leistungen. Kurzweil gründete während seiner Karriere mehrere Unternehmen, eines für Bilderkennung, ein anderes im Bereich der Musik-Technik, wozu ihn ein Treffen mit dem Sänger Stevie Wonder inspirierte. Im Jahr 2012 veröffentlichte Kurzweil das Buch „How to Create a Mind“ – dadurch sei Google auf ihn aufmerksam geworden. Der Informatiker hält für wahrscheinlich, dass Menschen in der nicht allzu fernen Zukunft ihr Gehirn über Implantate sogar mit Computern verbinden können werden.

Kurzweil ist ein gefragter Redner und im großen Google-Reich eine Ausnahme mit seinen Prognosen. Forscher wie Peter Norvig, Geoffrey Hinton oder Ian Goodfellow reden – zumindest öffentlich – über weniger spektakuläre Szenarien und gehören zur etablierten Hauptströmung des Faches. Der frühere Google-Chef Eric Schmidt gab übrigens jüngst zu, wie sehr er unterschätzte, was künstliche Intelligenz Google ermöglicht. „Als wir Peter (Norvig) anstellten, war mir nicht bewusst, dass er ein KI-Forscher ist, er war einfach ein brillanter Forscher. Das zeigt, wie wenig wir verstanden von den Konsequenzen, die sich daraus ergaben, die führenden Forscher (in diesem Bereich) zu haben. Wir dachten nicht, dass sich das so auswirkt.“

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