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Reisen in der Corona-Pandemie : Google will Nutzer in den Urlaub locken

Am Strand von Warnemünde im Februar: Kann man bald wieder sicher ins Ausland reisen? Bild: dpa

Der Reisebranche geht es in der Corona-Pandemie so schlecht wie nie. Ein Angebot des Internetkonzerns Google soll helfen, das zu ändern.

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          Google öffnet sein Reise-Portal für kostenlose Einträge von Hotels und Reiseveranstalter. Das wird der Internetkonzern am Dienstag auf der Reisemesse ITB ankündigen. In einer Zeit, in der die Branche wegen der Corona-Pandemie in einer nie dagewesenen Krise steckt, möchte das Unternehmen dadurch für eine größere Nachfrage im Netz sorgen, sagte Google-Manager Richard Holden gegenüber der F.A.Z.

          Corinna Budras
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Bisher waren dort nur bezahlte Anzeigen von Unternehmen zu sehen. Anbieter, die Google für die Listung nicht bezahlen wollten, tauchten deshalb gar nicht auf. Davon rückt der Konzern nun ab. „Unser Ziel ist es, die Ergebnisse für die Suchanfragen zu vervollständigen und den Nutzern einen guten Überblick über die angebotenen Preise zu geben“, sagte Holden. Man wolle möglichst alle Anbieter aus dem Bereich in der Liste haben, um den Verbrauchern viel Auswahl zu geben.

          Falsche Preise verderben die Laune 

          Für den Kunden soll es auf dem Reiseportal google.com/travel dadurch einfacher werden, die Preise für den gewünschten Aufenthalt zu erfassen. Denn die Preisangaben können von Anbieter zu Anbieter stark variieren. So kommt es häufig vor, dass ein Hotel seine Zimmer für einen anderen Preis anbietet als Vergleichsportale wie Booking.de oder Hotel.de. Für großen Ärger besonders unter Verbraucherschützern sorgten in diesem Zusammenhang auch immer versteckte Kosten, die erst später im Buchungsprozess auftauchten. „Die Preise ändern sich schnell, deshalb ist es notwendig, dass wir sie ständig überprüfen“, sagte Google-Vizepräsident Holden, der für die Reiseseiten zuständig ist. Der Internetkonzern stecke deshalb viel Arbeit darin, die Qualität der Preisangaben zu überprüfen,

          Das System hat Google über Jahre verfeinert. „Wir wollen vermeiden, dass Verbrauchern ein Preis präsentiert wird, der nicht stimmt“, sagt Holden. „Solche schlechte Erfahrungen wirken abschreckend. Deshalb überprüfen wir die Qualität der angegebenen Preise sehr intensiv.“

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          Die Ankündigung ist deshalb nur auf den zweiten Blick eine Abweichung vom bisherigen Kurs des Konzerns, der seine kostenlose Suchfunktion vor allem über Milliarden-Einnahmen im Anzeigengeschäft finanziert. Für Google ist es jedoch wichtig, die Nutzer auf seine Suchmaschine zu locken und Clicks zu generieren. Diesen Ansatz hat der Betreiber im vergangenen Jahr schon beim Handel verfolgt. Damals startete er eine gemeinsame Kampagne mit dem Handelskonzern HDE. Damit sollen auch kleine Läden mit ihren Angeboten ins Netz gelockt werden. Teil der Initiative waren auch hier kostenlose Einträge, die neben den bezahlten Anzeigen für mehr Interesse auf den Internetseiten sorgen sollten. Allerdings hat der Online-Handel in der Pandemie ohnehin keine großen Probleme, Geschäft zu generieren.

          Es keimt die Hoffnung auf Urlaub 

          Ob sich dies bei Reisen wiederholen lässt, muss sich erst noch zeigen. Bisher sind die Menschen angesichts der steigenden Corona-Zahlen in vielen Teilen der Welt noch sehr zurückhaltend, was die Buchung von Reisen angeht. Derzeit sind es eher die Hoffnungen auf einen Oster- oder Sommerurlaub, die sie ins Netz bringen. Nach der Google-Statistik waren es im vergangenen Sommer vor allem alternative Ferienmodelle, nach denen Nutzer suchen, etwa Camping-Optionen in der Umgebung oder auch Ideen für Ferien zu Hause, „staycation“ genannt. Die Suchanfragen nach dieser Kategorie hatten sich damals im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Die Vorsicht war damals jedoch besonders verbreitet: Die Frage „Kann ich verreisen?“ beschäftigte im vergangenen Sommer neunmal so viele Menschen wie im Jahr zuvor.

          Google-Nutzer stellen sie sich zwar noch immer, aber nun gibt es erste Anzeichen dafür, dass die Menschen mutiger werden: Die Suchanfragen zu „Sichere Reiseorte in der Corona-Pandemie“ hat in den vergangenen drei Monaten einen besonderen Schub bekommen, zeigt die Google-Statistik.

          Diesem vorsichtigen Hoffnungsschimmer will Google nun einen weiteren Schub verleihen. Die ersten Tests, die das Unternehmen in den vergangenen Wochen durchgeführt hat, zeigten einen Zuwachs auf den Internetseiten der Reiseanbieter. „Für Unternehmen und Reiseveranstalter ist es eine gute Gelegenheit, mehr Menschen zu erreichen und sie auf ihre Internetseiten zu locken“, sagt Holden. Ob die Leute allerdings dann auch tatsächlich buchen, wird von der Entwicklung der Pandemie in den nächsten Monaten abhängen – und vom Impferfolg in den unterschiedlichen Ländern.

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