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Milliardenkauf : Warum Google HTC will

  • -Aktualisiert am

HTCs Handys konnten sich bei den Kunden zuletzt nicht richtig durchsetzen. Bild: AP

Google hatte schon mit Motorola-Handys keinen Erfolg. Jetzt kauft der Internetkonzern die Handybauer von HTC. Wozu? Hier sind drei Gründe.

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          Als großer Erfolg ist der Vorgänger-Kauf nicht in Erinnerung geblieben: 2012 hatte Google für 12,5 Milliarden Dollar den amerikanischen Handy-Anbieter Motorola übernommen und ihn zwei Jahre später für nicht mal ein Viertel dieser Summe an den chinesischen Computerhersteller Lenovo weiterverkauft. Ging es Google damals um Motorolas Handys? Oder nur um die Patente? So genau weiß man das bis heute nicht, sicher ist: Die Handyhersteller, die mit Googles Betriebssystem Android arbeiten, waren nicht sehr froh darüber, dass Google einen eigenen Hersteller von Handy-Hardware hatte.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Jetzt geht das ganze Spiel von vorne los. Für 1,1 Milliarden Dollar übernimmt Google einen Teil der Mitarbeiter des kriselnden taiwanischen Handy-Herstellers HTC. Der arbeitet schon seit Jahren mit Google in der Produktion von Smartphones zusammen und hat für die Amerikaner unter anderem die Pixel-Handys entwickelt. Entgegen der Spekulationen hält HTC weiter an der Produktion von Smartphones fest.

          Dem Vernehmen nach übernimmt Google etwa 2000 Mitarbeiter von HTC, von denen viele schon jetzt an den Smartphones des amerikanischen Tech-Giganten arbeiten. Zugleich erhält das amerikanische Unternehmen nicht exklusive Lizenzen für HTC-Patente. Das Geschäft soll Anfang 2018 abgeschlossen werden.

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          Warum fängt Google damit noch einmal an? Drei Gründe werden genannt:

          Samsung im Zaum halten

          Samsung ist der größte Smartphone-Hersteller der Welt und arbeitet zurzeit mit Googles Betriebssystem Android. Das muss aber nicht so bleiben. Immer wieder spielt Samsung mit dem Gedanken, ein eigenes System aufzubauen, oder experimentiert mit anderen Betriebssystemen. Google seinerseits zahlt immer mehr Geld an Handy-Hersteller und andere Firmen, damit sie Google-Dienste verwenden und Google auf diese Weise Chancen verschaffen, Werbung zu verkaufen. Hätte Google ein stärkeres eigenes Handy, wäre es unabhängiger.

          Das eigene Handy stärken

          Google bietet selbst Handys an, die von HTC produziert werden: Sie heißen „Pixel“. Bislang sind sie eine Randerscheinung am Handy-Markt. Durch die eigene Produktion von Handys könnte Google bestimmte Vorzüge seines Betriebssystems Android besser hervorheben und weiterentwickeln.

          Dazu kommt: HTC ist nicht ein so starker Partner wie früher. Einst gehörte das Unternehmen zu den Größen im aufkommenden Markt für Smartphones, hat aber seit seinem Hoch mit rund 10 Prozent Marktanteil 2011 drastisch gegenüber Samsung, Apple und zuletzt chinesischen Anbietern verloren. Das taiwanische Unternehmen hatte es geschafft, sich vom Auftragsproduzenten zum Markenanbieter weiterzuentwickeln. Doch nun ist HTC weit entfernt von den guten Zeiten, als es 2011 die Mehrheit am amerikanischen Kopfhörer-Hersteller Beats übernahm und später wieder abstieß. Beats wurde 2014 von Apple für 3,2 Milliarden Dollar übernommen. HTC schreibt seit langem Verluste. Die Aktie von HTC hat in diesem Jahr mehr als 12 Prozent verloren.

          Mehr als Handys bauen

          Wenn Google selbst den Kauf begründet, dann geht es nicht nur um Smartphones. Google selbst spricht von „Hardware“ – und tatsächlich sind die Telefone nicht mehr das einzige Thema der Entwicklung. Lautsprecher mit intelligenten Assistenten („Amazon Echo“, „Google Home“), Laptops („Chromebook“), Thermostate und andere Smart-Home-Produkte – die Liste der Geräte, die entwickelt werden, ist lang. Da hilft es Google, Hardware-Expertise aufzubauen. „Ich glaube, dass sich diese Wette nur auszahlt, falls Google die Kontrolle über Hardware für andere Geschäfte wie die „Chromebooks“ und „Home“ übernehmen will“, sagt Ryan Reith, ein Analyst der Marktforschungsfirma IDC, der Nachrichtenagentur Reuters.

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