https://www.faz.net/-gqe-9u1cy

Google-Gründer : Page und Brin ziehen sich als Chefs von Alphabet zurück

  • Aktualisiert am

Larry Page (rechts) und Sergey Brin 2004 in Frankfurt Bild: dpa

Larry Page und Sergey Brin machen Platz in der Chefetage des Google-Mutterkonzerns Alphabet. Der Nachfolger steht schon fest.

          2 Min.

          Es ist ein Paukenschlag im Silicon Valley: Larry Page und Sergey Brin hören als Chefs von Alphabet auf. Das haben die beiden Google-Gründer am Dienstag im Google-Blog mitgeteilt. Ihr Nachfolger steht auch schon fest: Sundar Pichai, der bereits die Geschäfte von Google führt. Der Personalwechsel erfolge mit sofortiger Wirkung.

          „Wir waren nie diejenigen, die an Managerrollen festhielten, wenn wir glauben, dass es einen besseren Weg gibt, das Unternehmen zu führen. Alphabet und Google brauchen nicht länger zwei CEOs und einen Präsidenten“, begründen sie ihren Rücktritt. In dem Brief schreiben sie weiter, dass sie als Verwaltungsratsmitglieder weiterhin aktiv bleiben wollen. Die Mitteilung erfolgte nach Börsenschluss in Amerika. Am Aktienmarkt gab es nachbörslich zunächst kaum eine Reaktion.

          Ihre Mitteilung beginnen sie mit dem markanten Satz, der aus dem Jahr 2004 stammt: „Google ist kein konventionelles Unternehmen.“ Und: „Wir beabsichtigen nicht, dass es eines wird.“ Bis sie ihre wichtige Botschaft nennen, vergehen einige Zeilen darüber, welche Innovationen Google in seiner Firmengeschichte hervorgebracht hat – die Google-Suche, Google Maps sowie Anwendungen wie etwa Google Photos. Die beiden Gründer schreiben, dass es eine Ehre sei, dass „Millionen von Menschen sich dazu entschieden haben, diese Produkte so zentral in ihrem Leben zu machen“.

          Weiter lobten Page und Brin in ihrem Rücktrittsschreiben deren Nachfolger Pichai: „Sundar bringt unseren Nutzern, Partnern und unseren Angestellten jeden Tag Menschlichkeit und eine tiefe Leidenschaft für Technologie mit.“ Pichai hat laut Page und Brin seit 15 Jahren mit den beiden Gründern eng zusammengearbeitet.

          Der 47-jährige Pichai stammt aus dem südindischen Staat Tamil Nadu. In die Vereinigten Staaten kam er 1993 mit einem Stipendium für die kalifornische Elite-Uni Stanford, um Halbleiter-Physik zu studieren. Seine Eltern mussten in die Ersparnisse greifen, um für das Flugticket 1000 Dollar zusammenzukratzen. Es war mehr als ihr jährliches Einkommen, wie Pichai dem Magazin „Bloomberg Businessweek“ erzählte. Er wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Das erste Telefon bekam die Familie, als Sundar zwölf Jahre alt war. Ihr übliches Fortbewegungsmittel war ein Motorroller, auf den sie zu viert stiegen. Sundar fuhr vorne im Stehen.

          Bei Google startete Pichai am 1. April 2004 – dem Tag, an dem der E-Mail-Dienst des Internet-Konzerns gestartet wurde, was auch er anfangs für einen der üblichen Aprilscherze der Firma hielt. Seine erste Aufgabe war die Arbeit am Google-Suchfenster in Browsern wie Firefox oder Microsofts Internet Explorer. Pichais Vorschlag, Google sollte einen eigenen Web-Browser entwickeln, überzeugte die Gründer – und der Erfolg von Chrome war seine Eintrittskarte in die Chefetage.

          Larry Page 2018 bei einem Treffen von Technologiefirmen mit Präsident Trump in New York.

          Alphabet Inc. ist der Mutterkonzern von Google mit Sitz in Mountain View im Silicon Valley. Page und Brin, die an der Stanford University Informatik studiert haben und die Idee für Google als Teil einer akademischen Forschungsarbeit entwickelt haben, starteten 1998 mit einer ersten Suchmaschine. 2015 haben sie Alphabet gegründet. Es dient als Dachgesellschaft, unter der die Geschäftsfelder von Google verknüpft sind. Alphabet ist laut Forbes unter den zwanzig größten Unternehmen auf der ganzen Welt und hat einen Marktwert von über 800 Milliarden Dollar. Der Umsatz liegt bei 137 Milliarden Dollar.

          Wer ist Sundar Pichai? Lesen Sie hier ein Interview mit dem Google- und Alphabetchef.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wollen die SPD in eine „neue Zeit“ führen: Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans am Freitag in Berlin

          SPD-Parteitags-Chat : Der in Rede gegossene Kompromiss

          Die designierte Vorsitzende Esken gibt der Groko noch eine Chance +++ Walter-Borjans greift AKK an +++ Können sie die Partei versöhnen? +++ Lesen Sie die Live-Analyse der Bewerbungsreden des neuen SPD-Führungsduos im Parteitags-Chat der F.A.Z. nach.
          Historischer Altbau oder doch die Hochhauswohnung? Was sich die Deutschen leisten können, hängt nicht nur von der Region ab, sondern kann auch je nach Stadtviertel stark variieren.

          F.A.Z. exklusiv : So teuer ist Wohnen in Deutschland

          Eine Bude in München oder doch lieber das große Traumhaus in Thüringen? Der F.A.Z. liegen exklusiv Zahlen vor, die belegen, wie groß die Preisunterschiede zwischen Städten, Regionen und sogar Stadtteilen tatsächlich sind.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.