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Google, Apple & Co. : Silicon Valley unter Lohndrücker-Verdacht

  • Aktualisiert am

Auf dem Google-Campus im Silicon Valley. Bild: dpa

Rund 60.000 Mitarbeiter des Silicon Valley dürfen per Sammelklage gegen große Technologie-Konzerne wie Google, Apple, Adobe und andere vorgehen. Sie werfen ihnen vor, durch geheime Absprachen die Löhne zu drücken.

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          Eine Gruppe von 60.000 Mitarbeitern des Silicon Valley hat die Genehmigung bekommen, wegen eines möglichen Lohnkartells Klage gegen Apple, Google, Adobe und weitere Konzerne einzureichen. Die Unternehmen sollen vereinbart haben, gegenseitig keine Mitarbeiter abzuwerben, um so deren Löhne drücken zu können.

          Ein Bezirksberufungsgericht ließ eine Verfügung des Bezirksgerichts im kalifornischen San Jose zu, wonach die Mitarbeiter eine Sammelklage einreichen und Schadenersatzforderungen in Höhe von 9 Milliarden Dollar stellen können. Eine Sammelklage kann es für die Kläger einfacher machen, hohe Entschädigungssummen zu geringeren Kosten zu bekommen, als wenn sie einzeln klagen.

          Mail-Verkehr zwischen Steve Jobs und Eric Schmidt

          Der Fall begann bereits im Jahr 2011, als fünf Software-Ingenieure Apple, Google, Adobe, Intel und andere Unternehmen wegen eines „umfassenden Komplotts“ verklagten, dass die Löhne niedrig gehalten haben soll. Betroffen sein könnten weit mehr Angestellte. Die Angeklagten wurden beschuldigt, gegen die Kartellgesetze des sogenannten Sherman Act und Clayton Act zu verstoßen.

          Die Anwältin einer Kanzlei, die die Mitarbeiter vertritt, sagte das Verfahren solle am 27. Mai beginnen. Ein Google-Sprecher wollte die Meldung nicht kommentieren. Auch Intel, Adobe und Apple reagierten bislang nicht auf die Bitte um eine Stellungnahme.

          Vor dem Berufungsgericht hatten die Unternehmen die Verfügung des Bezirksgerichts als „offenkundig fehlerhaft“ bezeichnet. Die Vorwürfe wären zu ungleich, weil sie Angestellte mit mehr als 2400 verschiedenen Berufsbezeichnungen in sieben Unternehmen abdeckten und weil die Kläger keinen Einfluss auf die Gesamtzahl der Anstellungen unterstellten.

          Der Fall beruht im Wesentlichen auf Emails zwischen Top-Offiziellen, darunter des früheren Apple-Chef Steve Jobs und des früheren Google-Chefs und heutigen Chefaufsehers Eric Schmidt.

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