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Autobauer : GM erwägt Verkauf von Opel an Peugeot

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Der Opel Zafira wird in Rüsselsheim produziert. Bild: Opel

Der amerikanische Autobauer General Motors sondiert einen Verkauf seiner Tochter Opel an den französischen Konkurrenten Peugeot. Der Abschluss könnte schon in wenigen Tagen verkündet werden.

          Opel soll Insidern zufolge an den französischen Konkurrenten Peugeot verkauft werden. Der amerikanische Mutterkonzern General Motors befinde sich in fortgeschrittenen Gesprächen über eine Zusammenlegung der Rüsselsheimer Tochtergesellschaft mit dem französischen Konkurrenten, sagten zwei mit den Vorgängen vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Abschluss könne binnen Tagen verkündet werden.

          Die französische Nachrichtenagentur AFP zitierte am Dienstag einen Unternehmens-Sprecher, PSA „erkunde die Möglichkeit, Opel zu übernehmen“. In den Diskussionen gehe es zudem auch um die britische Schwestermarke Vauxhall, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Opel und Peugeot hatten bereits vor einigen Jahren eine Allianz angestrebt. Am Ende blieb davon die gemeinsame Produktion von einigen Modellen.

          Ein Peugeot-Sprecher bestätigte Gespräche mit GM. Der Konzern sondiere eine Reihe strategischer Möglichkeiten mit dem amerikanischen Autohersteller GM, darunter auch eine mögliche Akquisition von Opel, sagte ein Sprecher der PSA Group, zu der die Marken Peugeot und Citroen gehören, am Dienstag. Opel äußerte sich nicht. Eine Stellungnahme der französischen Regierung und der Familie Peugeot, die je 14 Prozent an dem Zwei-Markenkonzern PSA Peugeot Citroen halten, war zunächst nicht zu erhalten.

          Die deutsche Traditionsmarke mit dem Blitz als Logo gehört seit fast 90 Jahren zu GM. Die Amerikaner hatten jahrelang vergeblich versucht, Opel zu sanieren. Im vergangenen Jahr hatte Opel sein Ziel verfehlt, erstmals seit 1999 schwarze Zahlen zu schreiben. Als Grund für einen Verlust von 257 Millionen Euro nannte Firmenchef Karl-Thomas Neumann Währungsturbulenzen nach dem britischen Referendum für einen EU-Austritt.

          Seit dem Jahr 2000 hat GM in Europa mehr als 15 Milliarden Dollar Verlust gemacht (rund 14 Milliarden Euro). Der Konzern aus Detroit rechnet nun erst 2018 mit einer Rückkehr seiner Europasparte in die schwarzen Zahlen.

          Opel wurde 1862 von Adam Opel in Rüsselsheim gegründet. Die Marke mit dem Blitz verkauft nach Angaben der Geschäftsleitung jährlich mehr als eine Million Fahrzeuge. In ganz Europa beschäftigt Opel rund 35.600 Mitarbeiter, davon 18.250 Mitarbeiter in Deutschland.

          Die Aktien von PSA stiegen am Mittag in Paris um 4 Prozent. Die Anteilsscheine der Opel-Mutter GM kletterten vorbörslich in New York ebenfalls um 4 Prozent.

          GENERAL MOTORS DL-,01

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