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Verursacht Glyphosat Krebs? : Die Schlacht der Gutachter

Der Mann, der sich dem Großkonzern entgegenstellt – und damit zu einem Musterfall werden und andere Urteile gegen die Bayer-Tochter Monsanto nach sich ziehen könnte: Krebs-Opfer Dewayne Johnson. Bild: dpa

Amerikanische Gerichte sollen klären, ob Glyphosat Krebs verursacht. Bayer streitet das ab und beruft sich auf die Wissenschaft. Doch sind die amerikanischen Jurys nur emotional – oder ist auch die Wissenschaft gar nicht so eindeutig?

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          Dewayne Anthony Lee Johnson hatte bisher nicht viel mit Bayer zu tun, auch wenn er dem Leverkusener Chemiekonzern schon eine Menge Kopfzerbrechen bereitet haben dürfte. Lange Zeit lebte er ein bescheidenes Leben als Hausmeister einer amerikanischen Schule, so schilderte er es jüngst in einem Interview mit dem amerikanischen „Time“-Magazin. Seine Berufsbezeichnung war eher ungewöhnlicher Natur: Als IPM war er im Schulbezirk angestellt, als „integrated pest manager“. Er war zuständig für die Schädlingsbekämpfung, für Ratten, Mäuse und Stinktiere– und für das Unkraut im Schulrasen.

          Corinna Budras
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Jeden Morgen bei Sonnenaufgang versprühte er das Unkrautvernichtungsmittel „Roundup“, eine glyphosathaltige Wundersubstanz aus dem Hause Monsanto. Eines Morgens zerbrach die Sprüheinrichtung der Flasche, Johnson wurde komplett eingeweicht. Er wusch sich im Waschbecken, so gut er konnte, und wechselte seine Kleidungsstücke. Zu Hause stellte er sich lange unter die Dusche, dachte sich aber nicht viel dabei. Dann begann der Ausschlag. Es wurde schlimmer und schlimmer. Schließlich kam die Diagnose: Krebs. Genauer gesagt, ein Non-Hodgkin-Lymphom.

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