https://www.faz.net/-gqe-9vi2y

Glyphosat-Klagen : Mediator macht Bayer Hoffnung auf raschen Vergleich

  • Aktualisiert am

Mediator im Glyphosat-Streit: Der amerikanische Staranwalt Ken Feinberg Bild: dpa

Staranwalt Ken Feinberg ist „verhalten optimistisch“, dass innerhalb etwa eines Monats eine Einigung mit den Glyphosat-Klägern erzielt werden könnte. Deren Zahl sei inzwischen auf über 85.000 gestiegen. Bayer widerspricht.

          1 Min.

          Die Klagewelle aus Amerika gegen Bayer wegen angeblicher Krebsgefahren von Unkrautvernichtern mit dem Wirkstoff Glyphosat reißt nicht ab, doch es könnte offenbar schon bald einen Vergleich geben. Der im Rechtskonflikt vermittelnde Mediator Ken Feinberg sagte dem Finanzdienst Bloomberg am Donnerstag, er sei „verhalten optimistisch“, dass innerhalb etwa eines Monats eine Einigung zwischen Bayer und den Klägern erzielt werden könnte. Zu den Bedingungen eines möglichen Vergleichs wollte der amerikanische Staranwalt, der im Juni als Verhandlungsführer verpflichtet wurde, sich nicht äußern.

          Nach Angaben Feinbergs ist die Anzahl der Klagen inzwischen auf 75.000 bis 85.000 oder sogar noch mehr angestiegen. Dem widersprach Bayer jedoch in einer Stellungnahme. Bei der Zahl handele es sich um eine „spekulative Schätzung“, die potenzielle Kläger umfasse, die ein möglicher Vergleich umfassen könnte. Die Bayer bislang tatsächlich zugestellten Klagen hatte der Konzern zuletzt im Oktober mit etwa 42.700 angegeben, was schon mehr als eine Verdopplung gegenüber Juli entsprach. Nun teilte das Unternehmen mit, dass die Anzahl zwar weiter gestiegen sei, aber „deutlich unter 50.000“ liege.

          Bayer hatte sich 2018 mit dem über 60 Milliarden Dollar teuren Kauf des amerikanischen Saatgutriesen Monsanto immense Rechtsrisiken ins Haus geholt. Die ersten drei Prozesse in den Vereinigten Staaten wegen angeblich krebserregender Unkrautvernichtungsmittel von Monsanto hatte Bayer verloren und hohe Schadenersatz-Urteile kassiert. Der Konzern hat die Schuldsprüche jedoch angefochten und erhielt in einem Berufungsverfahren zuletzt Unterstützung von der amerikanischen Regierung, deren Umweltbehörde EPA das umstrittene Pflanzengift Glyphosat nicht als krebserregend einstuft.

          BAYER

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Die meisten Analysten erwarten, dass sich das Unternehmen über kurz oder lang auf einen milliardenschweren Vergleich mit den zahlreichen Klägern in Amerika einigt. Darauf dringen auch die zuständigen Gerichte. Nach dem letzten Prozess im Mai waren alle weiteren geplanten Gerichtsverhandlungen im vergangenen Jahr verschoben worden. Trotz der laut Mediator Feinberg offenbar voranschreitenden Gespräche über einen Vergleich stehen noch vereinzelt Prozesse auf der Agenda. Laut Bloomberg soll bereits an diesem Freitag einer in Kalifornien und ein weiterer in St. Louis beginnen.

          Weitere Themen

          HeidelbergCement haftet fürs Klima

          Baustoffe : HeidelbergCement haftet fürs Klima

          Der Konzern forciert sein Engagement für mehr Nachhaltigkeit und klimafreundlichen Beton. Das Management wird nach der Erfüllung von CO2-Zielen bezahlt

          Kippt der Patentschutz für Impfstoffe?

          Vorstoß der USA : Kippt der Patentschutz für Impfstoffe?

          Jetzt plädiert auch Amerika für eine Aufweichung des Urheberschutzes. Dabei ist fraglich, ob dies den Entwicklungs- und Schwellenländern wirklich helfen würde. Und es könnte Folgen für künftige Forschungsausgaben haben.

          Topmeldungen

          Corona-Impfungen am Montag im Kölner Brennpunktstadtteil Chorweiler

          Herkunft und Corona : Verdrängt, verdruckst, versäumt

          Pandemien sind keine gesellschaftlichen Gleichmacher, wie behauptet wurde. Die Corona-Krise zeigt, wie eng Armut und Krankheit miteinander verbunden sind. Das hätte man wissen können.
          Leuchtturm auf Hiddensee: Mecklenburg-Vorpommern ist für Urlauber noch nicht offen.

          Erste Öffnungen : Wo aus Urlaubsträumen Reisen werden

          Schleswig-Holstein macht den Pfingsturlaub möglich, anderswo sind Touristen noch nicht willkommen. Tests und Maske gehören meist zu den Ferien dazu, manchmal auch die Quarantäne. Ein Überblick.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.