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Monsanto und weitere : Glyphosat-Hersteller sind „tief enttäuscht“ über EU-Zulassung

  • Aktualisiert am

Unter anderem in Monsantos Produkt Roundup ist Glyphosat enthalten. Bild: Reuters

Die Entscheidung, den Unkrautvernichter Glyphosat für weitere fünf Jahre zu erlauben, hat in der Politik für mächtigen Streit gesorgt. Aber selbst die Industrie ist nicht zufrieden.

          Der amerikanische Agrarkonzern Monsanto und weitere Hersteller von Glyphosat haben insgesamt „tief enttäuscht“ auf die EU-Entscheidung zur Verlängerung des umstrittenen Unkrautvernichters reagiert. Zwar hätten die Mitgliedstaaten mit qualifizierter Mehrheit im Berufungsausschuss für eine abermalige Zulassung von Glyphosat in der EU gestimmt, erklärte die Hersteller-Vereinigung GTF. „Der Genehmigungszeitraum beträgt aber lediglich fünf Jahre.“

          Der Zusammenschluss sprach außerdem von einer „diskriminierenden Entscheidung“, die nicht der wissenschaftlichen Bewertung des Wirkstoffes entspreche. Das Ergebnis der Abstimmung sei vielmehr „das Resultat einer fehlgeleiteten öffentlichen Meinung und von politischer Einflussnahme“, empörte sich der Hersteller-Zusammenschluss. Untersuchungen hätten ergeben, dass von Glyphosat „keine unvertretbaren Risiken ausgehen“.

          Bei der Abstimmung am Montag im sogenannten Berufungsausschuss hatten die EU-Mitglieder knapp für die Verlängerung von Glyphosat um weitere fünf Jahre gestimmt. Diesmal war Deutschland mit seiner Zustimmung das Zünglein an der Waage.

          Auch der deutsche Bayer-Konzern hätte sich eine Verlängerung der Zulassung auf 15 Jahre ausgesprochen. „Leider scheint eine Wiederzulassung von lediglich fünf Jahren die einzige Möglichkeit zu sein, den Landwirten in Europa weiterhin Zugang zu diesem wichtigen Herbizid zu ermöglichen“, hieß es in einer am Dienstag verbreiteten Stellungnahme des Unternehmens.

          Die Sicherheit des Unkrautvernichters sei inzwischen in bislang rund 3300 Studien wissenschaftlich untersucht worden. Zulassungsbehörden und wissenschaftliche Instanzen in aller Welt hätten den Wirkstoff eingehend bewertet und betrachteten Glyphosat als sicher. Als wissenschaftlich orientiertes Unternehmen benötige Bayer klare, einheitliche und berechenbare Rechtsvorschriften, um weiter in die Zukunft der europäischen Landwirtschaft zu investieren, hieß es.

          Der Chemiekonzern Bayer ist nach eigenen Angaben derzeit selbst kein Hersteller von Glyphosat, sondern vertreibt den Unkrautvernichter lediglich. An dem im vergangenen Jahr erzielten Umsatz mit Pflanzenschutzmitteln von rund acht Milliarden Euro habe Glyphosat lediglich einen geringen Anteil gehabt, hieß es. Der deutsche Chemieriese will jedoch den Glyphosat-Hersteller Monsanto übernehmen.

          Die Meinungen von Fachleuten über die möglicherweise krebserregende Wirkung von Glyphosat gehen auseinander. Unabhängig davon gilt Glyphosat nach Einschätzung von Umweltschützern allerdings auch als Gefahr für die Artenvielfalt besonders für Insekten und Vögel.

          Für die Landwirte ist Glyphosat hingegen ein effizientes und kostengünstiges Mittel. Der Deutsche Bauernverband (DBV) hatte daher schon am Montag nach der Zustimmung von einem „überfälligen und folgerichtigen Schritt“ gesprochen. Die Begrenzung der Zulassung auf fünf Jahre sei „jedoch nur eine Minimallösung“, kritisierte der DBV und erklärte, künftige Zulassungsverfahren müssten „auf wissenschaftliche Grundlagen und Risikobewertungen“ gestellt werden.

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