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Streit mit neuen Eigentümern : Gläubiger verklagen HSH Nordbank auf 1,4 Milliarden Euro

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Haben die Investoren der HSH Nordbank einen ziemlich guten Deal gemacht? Bild: Reuters

Die HSH Nordbank gehört seit Ende 2018 amerikanischen Finanzinvestoren. Mit einer Konstruktion könnte es den Investoren gelingen, die Kosten für die Übernahme direkt wieder einzuspielen. Anleihengläubiger klagen dagegen.

          Im Streit um die Bewertung von Anleihen fordert eine Gruppe von Gläubigern von der HSH Nordbank eine Milliarde Euro Schadenersatz. Eine entsprechende Klage von 18 Investoren aus den Amerika, Deutschland und anderen europäischen Ländern sei am 28. Dezember beim Landgericht Kiel eingereicht worden, teilte die Investorengruppe am Montag mit. Addiere man indirekt begebene Anleihen hinzu, erhöhe sich die Gesamtforderung auf 1,4 Milliarden Euro.

          Die Gläubiger von Hybridinstrumenten werfen den neuen HSH-Eigentümern um die Finanzinvestoren Cerberus und J.C. Flowers vor, sich auf ihre Kosten zu bereichern. Die ehemalige Landesbank habe den Wert der Papiere unzulässigerweise herabgesetzt.

          Die HSH teilte mit, ihr sei die Klage noch nicht zugestellt worden. Sie halte die in einer Pressemitteilung erhobenen Vorwürfe aber für substanzlos. Das Gericht äußerte sich nicht und will dies nach eigenen Angaben erst tun, wenn eine Klage der HSH zugestellt worden sei.

          Guter Deal für die neuen Eigner?

          Wenige Tage nachdem die Finanzinvestoren die Bank für rund eine Milliarde Euro übernahmen, hatte die HSH am 30. November mitgeteilt, einige Hybridanleihen zu kündigen. Die Buchwerte der Papiere dürften Ende 2020 nur um die 15 Prozent des Nominalwerts betragen, erklärte das Geldhaus damals.

          Sollte die HSH die Anleihen tatsächlich zu 15 Prozent ihres Nennwerts zurückkaufen, bedeute dies einen Buchgewinn in Höhe von 1,6 Milliarden Euro auf Kosten der Anleihegläubiger, der ausschließlich den neuen Eigentümern zugute komme, argumentieren die Gläubiger.

          Sie fordern eine Hochschreibung der Papiere auf deren Nennwert sowie Schadenersatz „für unrechtmäßig entgangene Zinszahlungen“. Trotz der Klage seien die Gläubiger nach wie vor bereit, mit der HSH eine einvernehmliche Lösung zu finden, erklärte die Investorengruppe.

          Bei Hybridkapital handelt es sich um eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital. Deshalb haften Gläubiger solcher Anleihen oft für Verluste mit. Die HSH hat insgesamt mehr als zwei Milliarden Euro an Hybridinstrumenten ausgegeben. Die hochverzinslichen Papiere tragen Zinsen von 7 bis 8 Prozent und haben eine Mindeststückelung von 1000 Euro.

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