https://www.faz.net/-gqe-aa793

Giesecke+Devrient : Münchener Banknotendrucker stoppt Lieferungen an Myanmar

  • Aktualisiert am

Das Gelddruck - und Chipkartenunternehmen Giesecke+Devrient hat seinen Sitz in München. Bild: dpa

Giesecke+Devrient hat entschieden, das Geschäft mit der Staatsdruckerei des Landes auszusetzen. Und auch das Auswärtige Amt macht eine klare Ansage.

          1 Min.

          Der Münchner Banknotendrucker Giesecke+Devrient (G+D) stoppt nach dem Militärputsch in Myanmar alle Lieferungen in das asiatische Land. Man verfolge die Eskalation „mit großer Sorge und Bedauern“ und habe sich nach sorgfältiger Prüfung entschieden, das Geschäft mit der Staatsdruckerei des Landes auszusetzen, teilte G+D am Mittwoch mit.

          Bisher hatte das Münchner Unternehmen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe für die Herstellung der Banknoten in der myanmarischen Währung Kyat geliefert. G+D habe die Beziehungen bereits in den vergangenen Wochen eingeschränkt. Das weitere Vorgehen werde mit den Vereinten Nationen und den deutschen Behörden abgesprochen.

          Derweil hat das Auswärtige Amt angesichts der zunehmenden Gewalt in Myanmar allen Deutschen die baldmöglichste Ausreise aus dem asiatischen Land empfohlen. „Eine nochmals zunehmende Gewaltanwendung durch die Sicherheitskräfte und wachsende Unberechenbarkeit der Sicherheitslage kann nicht ausgeschlossen werden“, heißt es seit Dienstagabend auf der Website der Behörde. Daher werde „dringend empfohlen“, auszureisen, solange kommerzielle Flüge noch verfügbar seien. Gleichzeitig wurde empfohlen, Menschenansammlungen und Demonstrationen zu meiden.

          In Myanmar hatte das Militär Anfang Februar geputscht und die Zivilregierung abgesetzt und deren Mitglieder großteils festgesetzt. In den landesweiten Protesten gegen die Militärs sind die Sicherheitskräfte zuletzt mit zunehmender Gewalt gegen Demonstranten vorgegangen. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP vom Dienstag sind bislang mindestens 510 Menschen durch die Gewalt des Militärs ums Leben gekommen. Beobachter gehen aber von einer hohen Dunkelziffer aus. Das brutale Vorgehen der Armee sorgt auch international für immer größeres Entsetzen.

          Weitere Themen

          Knöllchen dürfen wehtun, nicht aber arm machen

          Hanks Welt : Knöllchen dürfen wehtun, nicht aber arm machen

          Der neue Bußgeldkatalog wird Falschparkern das Leben künftig zur Geldbeutel-Hölle machen. In den Städten wird es jetzt nämlich richtig teuer. Doch was sollte ein Knöllchen überhaupt kosten?

          Topmeldungen

          Raus mit dem giftigen Schlamm: In diesem Hotel in Altenahr packen Freiwillige vom Helfer-Shuttle und Bundeswehrsoldaten gemeinsam an.

          Als Helfer im Flutgebiet : Wer hier war, findet keine Ruhe mehr

          Keller trocken legen, Müll wegschaffen und immer dieser Schlamm: Anstatt in den Urlaub zu fahren, ist unser Autor ins Ahrtal gereist. Freiwillige Helfer werden dort nach wie vor gebraucht. Aber es gibt auch Spannungen – mit der Polizei.
          Knöllchen werden in Innenstädten deutlich teurer.

          Hanks Welt : Knöllchen dürfen wehtun, nicht aber arm machen

          Der neue Bußgeldkatalog wird Falschparkern das Leben künftig zur Geldbeutel-Hölle machen. In den Städten wird es jetzt nämlich richtig teuer. Doch was sollte ein Knöllchen überhaupt kosten?
          Wer bekommt was vom großen Kuchen? Der Oetker-Konzern wird aufgeteilt.

          Familienstreit : Dr. Oetker lässt sich scheiden

          Der zerstrittene Oetker-Clan aus Bielefeld spaltet den Familienkonzern auf. Die Geschichte einer milliardenschweren Fehde in Ostwestfalen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.