https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/giesecke-devrient-stoppt-lieferungen-an-myanmar-17272119.html

Giesecke+Devrient : Münchener Banknotendrucker stoppt Lieferungen an Myanmar

  • Aktualisiert am

Das Gelddruck - und Chipkartenunternehmen Giesecke+Devrient hat seinen Sitz in München. Bild: dpa

Giesecke+Devrient hat entschieden, das Geschäft mit der Staatsdruckerei des Landes auszusetzen. Und auch das Auswärtige Amt macht eine klare Ansage.

          1 Min.

          Der Münchner Banknotendrucker Giesecke+Devrient (G+D) stoppt nach dem Militärputsch in Myanmar alle Lieferungen in das asiatische Land. Man verfolge die Eskalation „mit großer Sorge und Bedauern“ und habe sich nach sorgfältiger Prüfung entschieden, das Geschäft mit der Staatsdruckerei des Landes auszusetzen, teilte G+D am Mittwoch mit.

          Bisher hatte das Münchner Unternehmen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe für die Herstellung der Banknoten in der myanmarischen Währung Kyat geliefert. G+D habe die Beziehungen bereits in den vergangenen Wochen eingeschränkt. Das weitere Vorgehen werde mit den Vereinten Nationen und den deutschen Behörden abgesprochen.

          Derweil hat das Auswärtige Amt angesichts der zunehmenden Gewalt in Myanmar allen Deutschen die baldmöglichste Ausreise aus dem asiatischen Land empfohlen. „Eine nochmals zunehmende Gewaltanwendung durch die Sicherheitskräfte und wachsende Unberechenbarkeit der Sicherheitslage kann nicht ausgeschlossen werden“, heißt es seit Dienstagabend auf der Website der Behörde. Daher werde „dringend empfohlen“, auszureisen, solange kommerzielle Flüge noch verfügbar seien. Gleichzeitig wurde empfohlen, Menschenansammlungen und Demonstrationen zu meiden.

          In Myanmar hatte das Militär Anfang Februar geputscht und die Zivilregierung abgesetzt und deren Mitglieder großteils festgesetzt. In den landesweiten Protesten gegen die Militärs sind die Sicherheitskräfte zuletzt mit zunehmender Gewalt gegen Demonstranten vorgegangen. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP vom Dienstag sind bislang mindestens 510 Menschen durch die Gewalt des Militärs ums Leben gekommen. Beobachter gehen aber von einer hohen Dunkelziffer aus. Das brutale Vorgehen der Armee sorgt auch international für immer größeres Entsetzen.

          Weitere Themen

          Metzger in Moskau

          FAZ Plus Artikel: Saarländische Globus-Gruppe : Metzger in Moskau

          Die saarländische Handelsgruppe Globus hält an ihren 19 „Hypermärkten“ in Russland fest. Als Lebensmittelhändler drohe sonst die Verstaatlichung, die Führungskräfte müssten mit Repressionen rechnen.

          Uniper will Schadenersatz von Gazprom

          Fehlendes Erdgas : Uniper will Schadenersatz von Gazprom

          Der Versorger will den russischen Energiekonzern wegen Lieferausfällen vor ein Schiedsgericht ziehen. Ob es dazu kommt, ist ungewiss. Laut Bundeskanzler Scholz ist nun Norwegen Deutschlands wichtigster Gaslieferant.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.