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Video-Botschaft : Ghosn: Nissan hat Angst vor Konsequenzen

Ghosns Anwälte zeigten am Dienstag eine Video-Botschaft ihres Mandanten. Bild: AFP

Der in Japan verhaftete frühere Nissan-Chef Carlos Ghosn sieht sich als Opfer „schmutziger Spiele“ von Nissan-Managern. In einem in Tokio gezeigten Video nennt er keine Namen, sieht auf Nissan aber schwere Zeiten zukommen.

          In dem bisher schärfsten Angriff gegen Nissan und gegen nicht namentlich genannte Verschwörer hat der in Japan inhaftierte Carlos Ghosn seine Unschuld verteidigt. Ghosn spricht in einem Video von „schmutzigen Spielen“, die zu seiner Verhaftung geführt hätten. Er beschuldigt Manager der Verschwörung, ohne Details offenzulegen. Ghosn deutete freilich an, dass die unzulängliche wirtschaftliche Entwicklung von Nissan unter seinem Nachfolger und die Furcht vor Konsequenzen einer der Gründe für seine Inhaftierung seien.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          In dem etwa 7 Minuten langen Video, das seine Anwälte am Dienstag in Tokio vor Journalisten zeigten, beschuldigt Ghosn Manager einer Verschwörung, ohne deren Namen zu nennen. „Namen? Sie kennen sie“, wendet er sich direkt an seine Zuschauer. „Wir sprechen über Menschen, die ein sehr schmutziges Spiel spielten.“ Die Verschwörung gegen ihn sei getrieben von einigen Managern, „die im Interesse ihres eigenen Vorteils und aus eigensüchtigen Ängsten sehr viel Wert vernichteten“. Auf Rat seiner Anwälte wurden die Namen der vermuteten Verschwörer vor der Veröffentlichung aus dem Video herausredigiert.

          Ghosn spricht in dem Video, das vergangene Woche am Tag vor seiner abermaligen Inhaftierung aufgezeichnet wurde, im weißen Hemd und Anzug, sehr ruhig und konzentriert. Der frühere Nissan-Chef beteuert seine Liebe zu Japan. Ruhig und gelassen erklärt er sich dann abermals als unschuldig mit Blick auf die Anklagen gegen ihn. Er geht freilich nicht ins Detail. Sein Anwalt Junichiro Hironaka begründete das damit, dass die Ermittlungen noch liefen und die Staatsanwaltschaft noch nicht alle Details der Vorwürfe offengelegt habe. Die Verteidigung werde im Prozess zum Angriff übergehen. Ghosn wurde vergangene Woche wieder verhaftet, weil er Geld von Nissan über Kontakte in Oman veruntreut haben soll. Zu diesen neuen Vorwürfen, die er bestreitet, nimmt er in dem Video nicht Stellung.

          Spitze gegen aktuelle Nissan- und Renault-Führung

          Besorgt gibt Ghosn sich dann über das Schicksal von Nissan. „Ich bin beunruhigt, weil die Leistung von Nissan nachlässt, und ich denke nicht, dass es eine Vision für die Allianz gibt“, sagt er. „Offen gesagt, um den Tisch herumzusitzen und über eine Entscheidung einer Meinung zu sein, das ist keine Vision in einer Branche, die so wettbewerblich ist wie die Autoindustrie.“

          Ghosn lässt hier indirekt erkennen, was er von der jetzigen Führung Nissans und der Allianz mit Renault hält. Menschen, die sich Führung nur als Konsens oder Diktatur vorstellen könnten, wüssten nicht, was Führung bedeute, sagte Ghosn. Das ist eine Spitze gegen Hiroto Saikawa, den Ghosn selbst als CEO und Nachfolger installiert hatte, und gegen den Renault-Vorsitzenden Jean-Dominique Senard.

          Saikawa hat seit der ersten Verhaftung Ghosns im November dessen autoritäre Art und Machtkonzentration als Grund für das Fehlverhalten kritisiert. Senard und Saikawa hatten im März, als sie ein neues Führungsgremium für die Allianz von Renault, Nissan und Mitsubishi Motors vorgestellt hatten, betont, dass Beschlüsse im Konsens getroffen würden.

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