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Kommentar zu Automanager Ghosn : Der tiefe Fall der Lichtgestalt

  • -Aktualisiert am

Als Konzernlenker bei Nissan-Renault leitete Carlos Ghosn eine brüchige Allianz. Bild: AFP

Carlos Ghosn war eine Lichtgestalt. Er war die treibende Kraft hinter dem Dreierbündnis von Renault, Nissan und Mitsubishi. Doch der Erfolg ist ihm wohl zu Kopf gestiegen. Das trifft das Bündnis hart.

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          Bis zu diesem Montag war der Automanager Carlos Ghosn eine Lichtgestalt. Als Vorstandsvorsitzender von Renault hat er nicht nur den französischen Autohersteller erfolgreich geführt. Er war auch die treibende Kraft hinter dem Dreierbund aus Renault und den japanischen Konkurrenten Nissan und Mitsubishi. Die Wiederauferstehung von Nissan ist maßgeblich Ghosn zu verdanken.

          Umso tiefer kommt jetzt der Fall des Managers. Es ist bezeichnend, dass Ghosn nicht etwa über Betrügereien im Tagesgeschäft stürzt, wie sie im Falle des Diesel-Skandals von Volkswagen Martin Winterkorn den Posten als VW-Vorstandsvorsitzenden kosteten. Allem Anschein nach liegen Ghosns Verfehlungen im persönlichen Verhalten, er soll seine eigenen Einkünfte als zu niedrig deklariert und Kapital von Nissan veruntreut haben. Das deutet darauf hin, dass der Erfolg dem Automanager zu Kopf gestiegen ist, er selbst sich irgendwann für unantastbar hielt.

          Der Sturz Ghosns trifft die Kooperation zwischen Renault und Nissan in einem Moment, in dem sie wegen der Herausforderungen der Zukunft eigentlich vertieft werden müsste. Das macht dessen Verfehlung umso fataler.

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