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Ghosn-Kommentar : Brüchige Allianz

Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn im September 2017 in Paris Bild: AFP

Mit der Festnahme von Manager Carlos Ghosn verliert die fragile Kooperation von Renault, Nissan und Mitsubishi ihren Kitt. Steht die Allianz auf der Kippe?

          Die Hintergründe um die Festnahme des Automanagers Carlos Ghosn in Japan sind noch zu undurchsichtig, um eine sichere Beurteilung zu ermöglichen. Doch das ausgelöste Erdbeben erschüttert die feingesponnene Allianz von Renault, Nissan und Mitsubishi. Ihre Strukturen wurden im Laufe der Jahre zwar gefestigt. Doch eine solche Zusammenarbeit muss von Menschen gelebt werden, die sich täglich ohne Vorbehalte grenz- und firmenüberschreitend ans Werk machen.

          Der 64 Jahre alte Ghosn war dafür der personifizierte Kitt. Nun aber trifft ihn eine vom Nissan-Topmanager Hiroto Saikawa abgefeuerte Breitseite, die Spuren hinterlassen wird. Auch wenn die Vorwürfe bisher nicht bewiesen sind, scheint Ghosn nicht mehr haltbar. Mitsubishi meldet schon Zweifel an der Allianz an, während die Finanzminister von Frankreich und Japan für ihre Fortführung plädieren.

          Kurzfristig haben die Unternehmen keine Alternative; doch langfristig braucht die Partnerschaft mehr Ausgewogenheit. Nissan hat als größtes Unternehmen in den Kapitalverflechtungen zu wenig Gewicht, gleichzeitig versperrt wie ein Elefant im Porzellanladen die 15-Prozent-Beteiligung des französischen Staates an Renault eine Neuordnung. Fusionen sind in der Autobranche schwer umzusetzen, doch Allianzen sind zerbrechliche Wesen.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

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