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Ghosn-Affäre : Keine Spitzengehälter in Japan

Solidarität mit Carlos Ghosn: ein Werbeplakat in Beirut. Bild: AP

In Japan verdienen Spitzenmanager viel weniger als in Europa und Amerika. Die Abneigung der Japaner gegen hohe Gehälter hat zum Sturz des Automanagers Carlos Ghosn beigetragen.

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          „Für hoch bezahlte Manager ist Japan wahrscheinlich ein gefährlicheres Land als Nordkorea.“ Es sind provozierende Worte, die der Autoanalyst Takaki Nakanishi für den Fall des in Tokio verhafteten Renault-Chefs Carlos Ghosn findet. Doch Nakanishi spricht einen Verdacht aus, den in Japan viele hegen. Die Abneigung gegen Spitzengehälter ist danach einer der Gründe für den Sturz des Automanagers. Ghosn war am 19. November verhaftet worden. Nissan Motor und Mitsubishi Motors haben ihn als Vorsitzenden ihrer Verwaltungsräte abgesetzt.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Die generelle Vermutung ist, dass hinter dem Sturz Ghosns der Versuch Nissans steht, die Kräfteverhältnisse in der internationalen Allianz der drei Autohersteller zu verschieben. Vom Versuch einer „Rejapanisierung Nissans“ spricht Nakanishi, Chef des Nakanishi Research Instituts. Doch was immer von dieser These einer Palastrevolution zu halten ist, dahinter steht die Einkommensfrage. „Wenn es ein japanischer Unternehmenschef gewesen wäre, wäre das nicht passiert“, sagt Nobuo Gohara, ein Rechtsanwalt, der selbst Staatsanwalt war.

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