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Amerikanische Großbank meldet : Gewinnsturz - auf 4 Milliarden Dollar

  • Aktualisiert am

JP Morgan ist Amerikas größte Bank. Bild: Reuters

Was für Amerikas größtes Geldhaus ein Einbruch ist, würde für die Deutsche Bank ein gutes Ergebnis sein: Und noch ein Vergleich zwischen JP Morgan und der Deutschen Bank erstaunt.

          Schwache Geschäfte im Anleihehandel und eine Sonderbelastung durch die amerikanische Steuerreform haben den Gewinn der größten Bank der Vereinigten Staaten JP Morgan einen Ergebnissturz von mehr als einem Drittel beschert. Allerdings bedeutet das tatsächlich gleichwohl einen stattlichen Gewinn von 4,23 Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro) im vierten Quartal des vergangenen Jahres.

          Die einmalige Belastung durch die kurz vor Weihnachten durch Präsident Donald Trump in Kraft gesetzte Steuerreform in Amerika bezifferte das Geldhaus auf 2,4 Milliarden Dollar. Ohne diesen Effekt hätte der Gewinn 6,7 Milliarden Dollar betragen und damit etwa auf Höhe des Vorjahresquartals. Mit unter dem Strich 24,4 Milliarden Dollar verdiente die Bank im
          Gesamtjahr 2017 aber ähnlich gut wie im Vorjahr - die Summe ist ungefähr halb so groß wir der aktuelle Marktwert der Deutschen Bank insgesamt.

          Die Erträge im Handel mit Anleihen gingen wegen der Zurückhaltung der Kunden und extrem niedriger Schwankungen an den Finanzmärkten um 34 Prozent zurück. Bank-Chef Jamie Dimon  äußerte sich dennoch höchst zufrieden mit dem Geschäftsverlauf: „2017 war für JP Morgan in vielen Bereiche ein Rekordjahr.“ Vor allem im Investmentbanking, zu dem neben dem schwächelnden Handel das Beratungsgeschäft rund um Fusionen, Übernahmen und Börsengängen gehört, habe sich das Institut hervorragend geschlagen. Auch die Vermögensverwaltung erwirtschaftete satte Gewinne.

          JP Morgan eröffnet den Bilanzreigen der amerikanischen Großbanken. In der kommenden Woche folgen Morgan Stanley, Citigroup, die Bank of America und Goldman Sachs. Die europäischen Konkurrenten brauchen noch etwas länger, bis sie den Investoren einen Blick in die  Bücher gewähren. Die Deutsche Bank, die mit den amerikanischen Häusern im Investmentbanking konkurriert, will ihre Jahresbilanz am 2. Februar veröffentlichen. Auch sie hat bereits vor Folgen der Steuerreform für ihre Bilanz gewarnt und erwartet deshalb einen  kleinen Verlust.

          So wie JP Morgan leiden auch die meisten anderen amerikanischen Banken unter der Steuerreform von Trump - allerdings nur kurzfristig. Mit der größten Steuerreform in Amerika seit 30 Jahren sinkt die Körperschaftssteuer auf 21 Prozent von 35 Prozent. Davon werden zwar auf lange Sicht auch die Banken profitieren, doch zunächst werden bei vielen hohe Abschreibungen fällig, denn: Die Institute hatten während der Finanzkrise hohe Verluste erlitten, die sie über Jahre geltend machen konnten und die die Steuerlast drückten. Mit dem künftig niedrigeren Steuersatz sinkt der Wert dieser Verlustvorträge nun.

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