https://www.faz.net/-gqe-9jim3

Autobauer-Kommentar : Das große Zittern bei Daimler

  • -Aktualisiert am

Daimler-Chef Dieter Zetsche am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart Bild: EPA

Überraschend ist der Gewinnrückgang von Daimler nicht. Aber eine Andeutung des Vorstands dürfte für Unruhe sorgen.

          Gewinneinbruch – das hört sich drastisch an. Und ist doch gar nicht so aufregend, weil man erwarteten konnte, dass Daimler im Jahr 2018 nicht ganz so gut verdient hat wie im Vorjahr. Die Dieselkrise, der Zollstreit, die Schwierigkeiten mit den neuen Abgasregelungen, milliardenschwere Investitionen in neue Technologien: all das sind bekannte Belastungen für die gesamte Autoindustrie, und Daimler hat voriges Jahr schon zweimal seine Prognose gesenkt.

          Ein anderes Wort hört sich nicht so aufregend, sondern eher bürokratisch an: Gegenmaßnahmen wolle man ergreifen, kündigt der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche an. Und das dürfte im Konzern doch für reichlich Aufregung sorgen.

          Da hilft es nichts, dass Zetsche trotz vielfacher Nachfrage aus der Journalistenrunde in der Jahrespressekonferenz kein bisschen durchsickern ließ, worin denn diese Gegenmaßnahmen bestehen könnten. So sehr die Aktionäre die Ankündigung goutieren werden, dass man im Vorstand die aktuelle Rendite für nicht ausreichend hält, so sehr wird in der Belegschaft und unter den Zulieferern von Daimler das große Zittern losgehen.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Dinosaurierpläne mit Blockadewirkung

          Baurecht : Dinosaurierpläne mit Blockadewirkung

          Die Gebäudeaufstockung scheitert oftmals an uralten Bebauungsplänen. So wird Wohnungsbau verhindert. Dabei ließe sich im Städtebaurecht mit wenig Aufwand viel erreichen.

          Topmeldungen

          Boris Johnson am Mittwoch in London

          Parlament gegen Johnson : Aufstand gegen den No-Deal-Brexit

          Noch ist Boris Johnson nicht Premierminister. Aber er spielt schon öffentlich mit dem Gedanken an einen Austritt ohne Abkommen. Jetzt reagiert das Parlament – und macht ihm eine solche Lösung durch einen Trick schwerer.
          Außenminister Heiko Mass (links) und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow unterhalten sich vor Beginn des Petersburger Dialogs in Königswinter.

          „Petersburger Dialog“ : Maas nähert sich an – Lawrow teilt aus

          Laut Außenminister Maas könnten die dringenden Fragen der Weltpolitik nur mit Russland angegangen werden. Sein russischer Amtskollege wirft Deutschland hingegen vor, sich an „einer aggressiven antirussischen Politik“ zu beteiligen.

          Verhör von Carola Rackete : „Es sollte um die Sache gehen“

          Die „Sea-Watch“-Kapitänin kritisiert nach ihrer Anhörung den Rummel um ihre Person. Der lenke vom eigentlichen Problem ab: dem Umgang mit den Migranten im Mittelmeer. Doch Racketes Äußerungen zur Seenotrettung sind in Italien umstritten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.