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Gewinneinbruch im Gasgeschäft : Eon wagt keine Prognose

  • Aktualisiert am

Eons Gewinn im Gasgeschäft sank um ein Drittel Bild: AP

Der größte deutsche Energiekonzern Eon rechnet in diesem Jahr mit keiner deutlichen Geschäftsbelebung. Einbußen bei der Gastochter Ruhrgas sowie in Großbritannien und Skandinavien machten Eon 2009 zu schaffen. Für das kommende Jahr will der Versorger noch keine Prognose abgeben.

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          Deutschlands größter Energiekonzern Eon rechnet nach Einbußen im Krisenjahr 2009 im laufenden Jahr mit keiner deutlichen Geschäftsbelebung. Vor allem ein schwaches Geschäft der Gastochter Ruhrgas sowie Einbußen in Großbritannien und Skandinavien machten Eon 2009 zu schaffen. Wegen der Wirtschaftkrise sei eine Prognose weiterhin mit hohen Unsicherheiten behaftet, teilte der Konzern am Mittwoch in Düsseldorf mit. Für 2011 wollte Eon daher noch keine Prognose wagen.

          Der Versorger erwartet, dass der bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im laufenden Geschäftsjahr lediglich um null bis drei Prozent steigen wird. Der bereinigte Konzernüberschuss werde auf dem Niveau des Jahres 2009 verharren. „Der weitere Verlauf der wirtschaftlichen Erholung ist derzeit nur schwer abzusehen, wobei insbesondere das Marktumfeld unseres Gasgeschäft durch Überkapazitäten belastet ist“, erklärte das Management.

          Gasgeschäft um ein Drittel eingebrochen

          Im Gasgeschäft musste Eon einen operativen Gewinneinbruch von einem Drittel einstecken. Die einstige Ertragsperle Ruhrgas hatte mit einem gesunkenen Absatz und niedrigeren Verkaufspreisen zu kämpfen. Die Belastungen konnte es aber kaum auf der Bezugsseite weitergeben, da es dort an feste Abnahmemengen und starre Preise gebunden war. Erst Anfang dieses Jahres gelang es dem Konzern, die Lieferverträge mit dem russischen Gasriesen Gazprom zu lockern.

          In Skandinavien und Großbritannien litt das Ergebnis unter negativen Wechselkursen, in Skandinavien sank zudem der Absatz. Der Gewinn der inzwischen zum Verkauf stehenden amerikanischen Tochter ging leicht zurück. Dagegen steigerte die Sparte Zentraleuropa, in der Eon unter anderem sein deutsches Stromgeschäft bündelt, seinen Gewinn leicht. Im Energiehandel verbuchte Eon deutliche Zuwächse.

          Ebit unter den Erwartungen der Analysten

          Im Zuge der Wirtschaftskrise und der geringeren Industrieproduktion weltweit waren die Preise für Gas gefallen und der Absatz gesunken. Die Erlöse seien 2009 um sechs Prozent auf 81,8 Milliarden Euro gesunken, teilte Eon mit. Das bereinigte Ebit ging um zwei Prozent auf 9,6 Milliarden Euro zurück. Damit lag Eon unter den Erwartungen der Analysten, die im Durchschnitt Erlöse von 82,9 Milliarden Euro und ein bereinigtes Ebit von 9,9 Milliarden Euro erwartet hatten. Der bereinigte Konzernüberschuss fiel um fünf Prozent auf 5,3 Milliarden Euro.

          Dennoch will der Konzern für 2009 wie im Jahr zuvor eine Dividende von 1,50 Euro je Aktie bezahlen. Im Mai steht bei Eon zudem der lang angekündigte Führungswechsel an. Dann übernimmt der langjährige Eon-Manager Johannes Teyssen den Vorstandsvorsitz von Wulf Bernotat

          Versorger bleiben pessimistisch

          Die Wirtschaftskrise hat die Energiewirtschaft weniger stark getroffen als Sektoren wie die Stahlindustrie oder den Maschinenbau. Insbesondere die wegen der eingebrochenen Produktion rückläufige Strom- und Gasnachfrage der Industriekunden macht der Branche jedoch zu schaffen. Deshalb hatte vor zwei Wochen bereits der Eon-Konkurrent RWE seine Gewinnziele für die kommenden Jahre zurückgeschraubt. Auch der französische Versorger GDF Suez hat kürzlich nach einem mageren Gewinnanstieg 2009 seine Ergebnisziele gesenkt.

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