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Wegen Milliardenabschreibungen : Gewinn der Telekom bricht ein

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Die Telekom musste die Beteiligung an einem britischen Unternehmen als deutlich weniger wert ansetzen. Bild: dpa

Der Konzerngewinn der Telekom ist im vergangenen Jahr um fast 18 Prozent zurückgegangen. Auch die Aktionäre sollen davon profitieren.

          Der Gewinn der Deutschen Telekom ist wegen einer milliardenschweren Abschreibung im vergangenen Jahr eingebrochen. Der Konzerngewinn sank um 17,8 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Bonn mitteilte. Weil die Beteiligung an der britischen BT Group infolge der Abwertung des Pfundes nach dem Brexit-Votum und wegen eines Bilanzskandals deutlich weniger wert ist, setzte die Telekom den Wert in ihren Büchern um 2,2 Milliarden Euro herunter.

          Das sorgte im Schlussquartal für einen Verlust von 2,1 Milliarden Euro. Zu Jahresbeginn hatte der Verkauf des britischen Mobilfunkgeschäfts, durch den die Bonner zu der BT-Beteiligung kamen, zu einem milliardenschweren Sondergewinn geführt. Die Dividende für die T-Aktionäre soll um 5 Cent auf 60 Cent je Aktie steigen.

          Im laufenden Geschäft blieb die amerikanische Mobilfunktochter von T-Mobile der Taktgeber im Konzern. Der Umsatz kletterte insgesamt um 5,6 Prozent auf 73,1 Milliarden Euro, das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) um 7,6 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro. Für das Ergebnisplus sorgte hauptsächlich das Geschäft in Amerika, aber zum ersten Mal seit längerer Zeit legte auch der deutsche Heimatmarkt knapp zu. Schwierig blieben die Geschäfte im europäischen Ausland und in der Geschäftskundensparte T-Systems.

          Der Siegeszug des einstigen Krisenablegers T-Mobile US ruft unterdessen Interessenten auf den Plan. Nach Aussagen von Insidern will der japanische Telekom-Riese Softbank die Mehrheit an seinem glücklosen amerikanischen Mobilfunker Sprint an die Telekom-Tochter verkaufen. Softbank arbeite an einem solchen Deal mit T-Mobile US, hatten mehrere mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters im Februar gesagt.

          Der Deal wäre sehr groß: Sprint ist an der Börse 35 Milliarden Dollar wert, T-Mobile US sogar 52 Milliarden Dollar. Die Telekom hält an ihrem Ableger zwei Drittel der Aktien, muss sich derzeit aber über die nächsten Schritte bedeckt halten, da eine Versteigerung von Frequenzen in den Vereinigten Staaten offiziell erst im April endet.

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