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Getreide aus der Ukraine : „Wir stehen zur Erntezeit vor einem sehr großen Problem“

Viel Getreide, wenige Transportmöglichkeiten. Bild: Laila Sieber

Die ukrainische Bahn kommt mit dem Export von Getreide kaum nach. Das wird vor allem im Herbst zum Problem werden. Ein Manager spricht über beschädigte Strecken und einen Plan für Containerzüge.

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          Herr Tkatschow, Sie sind stellvertretender Leiter der Cargo-Abteilung der ukrainischen Bahngesellschaft Ukrzaliznytsia. Züge und Gleise werden ständig angegriffen. Wie gehen Sie damit um?

          Othmara Glas
          Volontärin

          Im Verkehrssystem der Ukraine ist die Ei­senbahn das wichtigste Transportmittel. 65 Prozent aller Waren werden innerhalb des Landes auf der Schiene transportiert, auch der Nachschub für die Ar­mee. Es ist also nicht überraschend, dass wir ein Ziel sind. Vor dem Krieg hatten wir ein Streckennetz von etwa 23.000 Ki­lometern. Heute sind 6700 Kilometer da­von entweder zerstört oder in den besetzten Gebieten. Außerdem wurden etwa 60 Brücken zerstört. Aber weil wir zu Sowjetzeiten ein so umfangreiches Netzwerk hatten, leben und arbeiten wir im­mer noch. Ist ein Gleisabschnitt kaputt, umfahren wir ihn einfach. Allerdings wurden auch schon mehr als 200 unserer Mitarbeiter getötet und Hunderte verletzt. Insgesamt arbeiten fast eine Viertelmillion Menschen für Ukrzaliznytsia. Es ist das größte Staatsunternehmen des Landes.

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