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Gesundheitsreport : 40 Millionen Fehltage durch Rückenleiden

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Wer es im Rücken hat, fällt oft länger aus: Im Schnitt war jeder Betroffene 17,5 Tage krank geschrieben und damit fünf Tage mehr als im üblichen Schnitt. Bild: dpa

Die Deutschen haben es im Kreuz: Fast jeder zehnte Krankschreibungstag geht auf das Konto von Rückenbeschwerden.

          Rückenbeschwerden verursachen in deutschen Betrieben Millionen Fehltage und Milliarden-Kosten. Zu diesem Schluss kommt der am Dienstag in Berlin vorgelegte Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK). Rückenbeschwerden seien verantwortlich für etwa jeden zehnten Krankschreibungstag in Deutschland, sagte der TK-Vorstandsvorsitzende Jens Baas. Hochgerechnet auf ganz Deutschland geht die TK von etwa 40 Millionen Rücken-Fehltagen aus.

          Eine Krankschreibung hier dauerte mit durchschnittlich 17,5 Tagen zudem etwa fünf Tage länger als die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit. Betroffen seien vor allem Berufe in der Baubranche, der Altenpflege und im Reinigungsgewerbe, also Tätigkeiten mit schwerer körperlicher Anstrengung. Aber auch Angestellte mit Bürojobs fielen häufig wegen Rückenbeschwerden aus, sagte der TK-Vorstandsvorsitzende. Rückenbeschwerden basierten dabei selten auf nur einer Ursache, häufig kämen verschiedene Faktoren zusammen. Eine große Gefahr liege in der Kombination von wenig Bewegung und viel Stress.

          Das Nord-Süd-Gefälle beim Rückenleiden

          Baas verwies auf Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, wonach der dadurch bedingte Ausfall an Bruttowertschöpfung 2012 bundesweit bei etwa 17 Milliarden Euro gelegen habe. Eine überraschende Erkenntnis aus dem TK-Gesundheitsreport zum Schwerpunktthema Rückenleiden ist ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. So steigen die rückenbedingten Fehltage von Süden nach Norden hin deutlich an.
          Mit durchschnittlich 0,5 Fehltagen je Versichertem hatten die Menschen im bayerischen Starnberg den gesündesten Rücken, gefolgt von München (0,7 Tage) sowie Aschaffenburg und Dresden (je 0,8). Den bundesweiten Spitzenwert mit durchschnittlich 2,9 Fehltagen je TK-Versichertem registrierte die Krankenkasse dagegen im niedersächsischen Kreis Wittmund (Ostfriesland), im sachsen-anhaltischen Landkreis Mansfeld-Südharz, in Bremen sowie in der thüringischen Kreisstadt Nordhausen.

          Insgesamt hat die Techniker Krankenkasse im vergangenen Jahr den höchsten Krankenstand ihrer Versicherten seit 14 Jahren verzeichnet. Dieser Spitzenwert seit Beginn der TK-Gesundheitsberichterstattung geht laut Baas im Wesentlichen auf eine Erkältungswelle im Februar 2013 zurück. In diesem Monat hätten in deutschen Unternehmen bis zu 5,8 Prozent der Beschäftigten krankheitsbedingt gefehlt. Im August waren es dagegen weniger als 3,4 Prozent.

          Insgesamt waren 2013 etwa die Hälfte der TK-Versicherten mindestens einmal krankgeschrieben. Das waren drei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Fehltage der Versicherten allein bei der TK summierten sich auf 61 Millionen. Das waren durchschnittlich 14,7 Fehltage pro Kopf und damit ein halber Tag mehr als im Jahr davor, hieß es.

          Erstmals seit Jahren nicht angestiegen ist die Zahl psychisch bedingter Fehlzeiten. Nach jährlichen Steigerungsraten von sechs bis acht Prozent stagnierten die Fehlzeiten mit 2,5 Tagen je Erwerbstätigem 2013 erstmals, hieß es. Anlass zur Entwarnung bestehe aber nicht, da die Krankenkasse nach wie vor unter den zehn häufigsten Krankschreibungen vier Diagnosen aus dem Bereich psychische Störungen ausmachte, wie Depressionen, Belastungs- und Anpassungsstörungen oder neurotische Störungen.

          Für die 13. Ausgabe des TK-Gesundheitsreports wurden die Krankschreibungen und Rezepte von 4,1 Millionen Versicherten ausgewertet.

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