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Gesundheitsreform : Pharma-Firmen drohen mit Investitionsstopp

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Die geplante Gesundheitsreform gefährdet nach Ansicht des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller durch Zwangsrabatte und Festbeträge die Pharmaforschung in Deutschland. Immer mehr Unternehmen zügeln ihre Investitionen.

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          Die geplante Gesundheitsreform gefährdet nach Ansicht des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) durch Zwangsrabatte und Festbeträge die Pharmaforschung in Deutschland.

          Der geplante 16-prozentige Zwangsrabatt und die Festbeträge seien ein “Frontalangriff“ auf den Pharmaforschungsstandort Deutschland, erklärte VFA-Geschäftsführerin Cornelia Yzer am Montag in Berlin. Die geplanten Maßnahmen beliefen sich auf jährliche Umsatzeinbußen von rund einer Milliarde Euro. Mit den gesetzlichen Regelungen seit 1999 summiere sich das zu Einbußen von drei Milliarden Euro für die Pharma-Branche.

          „Massive Preiseingriffe“

          Die „massiven Preiseingriffe“ seien für die Unternehmen nicht zu verkraften, erklärten übereinstimmend der Vorstandsvorsitzende von Schwarz Pharma, Patrick Schwarz-Schütte, der Vorsitzende der Geschäftsführung von MSD SHARP & Dohme, Stefan Oschmann, und das Mitglied der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim, Andreas Barner. Sie kündigten an, daß die Unternehmen mit Arbeitsplatzabbau, Investionensstopps und Verlagerung der Forschung ins Ausland reagieren werden.

          Sein Unternehmen werde als Folge der Reform bis zu 200 Arbeitsplätze in Deutschland streichen, sagte der Schwarz-Pharma-Vorstand weiter. „Falls die Gesundheitsreform so kommt wie geplant, würde in Deutschland aus einem Gewinn von zehn Millionen Euro im Jahr 2004 ein Verlust von zehn Millionen Euro", fügte eine Sprecherin hinzu. Altana-Vorstand Nikolaus Schweickart hatte vor kurzem noch betont, sein Unternehmen werde die in Konstanz ansässige Forschung nicht aus Deutschland abziehen. Weitere Investitionen stünden allerdings auf dem Prüfstand.

          Statt der in der Gesundheitsreform vorgesehen Zwangsrabatte und Festbeträge schlägt der VFA vor, die nichtrezeptpflichtigen Arzneimittel aus der Erstattung herauszunehmen, um die Kosten zu dämpfen.

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