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Gestiegene Zinsen : Bundesbank überweist Milliardengewinn nach Berlin

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Bild: FAZ.NET

Die Bundesbank hat im vergangenen Jahr 4,2 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet. Finanzminister Peer Steinbrück darf sich über 3,5 Milliarden für seinen Haushalt freuen, der Rest fließt in den Schuldenabbau.

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          Die Bundesbank hat 2006 einen deutlich höheren Gewinn als im Vorjahr erzielt. Der Jahresüberschuss betrug 4,2 nach 2,9 Milliarden Euro 2005, teilte die Bundesbank am Dienstag mit.

          „Der Gewinnanstieg ist vor allem auf das gestiegene Zinsniveau im Euro-Raum zurückzuführen. Dies reflektiert auch das anhaltende Wirtschaftswachstum in Europa“, sagte Bundesbank-Präsident Axel Weber bei der Bilanzpressekonferenz der Bank in Frankfurt.

          Zinserträge als Haupteinnahmequelle

          Haupteinnahmequelle seien die Zinserträge gewesen. Der Nettozinsertrag belief sich für 2006 auf rund 5,4 nach 3,8 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2005. Die Kursschwankungen des Dollar hätten sich in diesem Jahr kaum auf das Ergebnis niedergeschlagen.

          Die Erträge der Zentralbank stammen von in amerikanischen Staatsanleihen gehaltenen Währungsreserven sowie von Refinanzierungsgeschäften mit den Geschäftsbanken.

          Geld für den Schuldenabbau

          Nach den Haushaltsregeln stehen vom Bundesbankgewinn eines Jahres 3,5 Milliarden Euro dem Bund zu, darüber hinausgehender Gewinn muss zum Abbau von Schulden der ehemaligen DDR verwendet werden, die im Erblastentilgungsfonds gesammelt sind.

          Den bisher höchsten Gewinn verzeichnete die Bundesbank 1997 mit 12,4 Milliarden Euro. Dollar-Schwäche und niedrige Zinsen hatten den Überschuss 2003 und 2004 auf weit unter eine Milliarde Euro gedrückt. Der gesamte Nettoertrag für 2006 lag bei 5,6 Milliarden Euro. Der größte Ausgabeposten der Bundesbank, die Personalkosten, gingen auf 902 von 970 Millionen Euro zurück.

          Die Bundesbank begann nach der Euro-Bargeldeinführung eine Schrumpfkur mit massivem Personalabbau. In Vollzeitstellen gerechnet soll der Personalbestand nach bisherigen Plänen bis 2012 binnen zehn Jahren um fast 40 Prozent auf 9.000 Arbeitsplätze gesunken sein.

          Weber: Regierung soll Staatsfinanzen sanieren

          Die Bundesregierung soll die gute Konjunktur nach Webers Ansicht entschlossen zur Sanierung der Staatsfinanzen nutzen. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, sagte Weber bei der Bilanzpressekonferenz. Wenn es mit dem Schuldenabbau nicht zügig vorangehe, drohe beim nächsten Abschwung wieder ein starker Anstieg des Staatsdefizits.

          Dank des kräftigen Aufschwungs konnte das Defizit 2006 auf 1,7 Prozent nahezu halbiert werden. Damit hielt Deutschland erstmals seit 2001 wieder die Defizitgrenze des europäischen Stabilitäts- und Wachstumspaktes von drei Prozent ein. Im vergangenen Jahr war die Wirtschaft mit 2,7 Prozent so stark gewachsen wie seit dem Boomjahr 2000 nicht mehr.

          Der Gewinn der Bundesbank

          Die wichtigste Aufgabe der Deutschen Bundesbank ist es nicht, Gewinne zu erzielen, sondern die Wirtschaft mit Geld zu versorgen. Die Bundesbank erzielt aber Erträge, wenn sie den Banken kurzfristig Geld leiht oder wenn sie ihr Geld anlegt. Deshalb steigt der Gewinn der deutschen Zentralbank parallel zum Niveau der Zinsen. Derzeit werfen die Geldanlagen im Dollar- und im Euroraum mehr Rendite ab. Wenn Banken und Sparkassen Bargeld benötigen und es sich bei der Bundesbank gegen Kredit leihen, müssen sie derzeit höhere Zinsen dafür zahlen.

          Außerdem erzielt die Bundesbank Gewinne aus dem „Management“ der Währungsreserven, die vornehmlich als Devisen in zinsträchtige Anleihen geparkt sind - zu mehr als 90 Prozent in Dollar. Der Bundesbankgewinn wird daher von der Bewertung der Währungsreserven beeinflusst, die jeweils zum 31. Dezember erfolgt. Sinkt der Dollarkurs, sind die Anlagen in Dollar weniger wert und müssen nach den Bilanzierungsvorschriften zum Teil abgeschrieben werden. Das war im Jahr 2006 der Fall, allerdings wurde der Verlust durch die höheren Zinserträge ausgeglichen. Die andere Hälfte der Reserven liegt in Form von Goldbarren in den Tresoren. Politiker und Bundesbank diskutieren immer wieder über einen teilweisen Verkauf der rund 3400 Tonnen Goldreserven.

          Den bislang höchsten Gewinn erzielte die Notenbank 1997 mit 24,2 Milliarden D-Mark - das wären heute 12,4 Milliarden Euro. 1976 bis 1979 verbuchte die Notenbank wegen der Dollarschwäche letztmals Verluste.

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