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Gesetzeswidrige Vertriebspraktiken : Frankreich weitet Steuer-Ermittlungen gegen UBS aus

  • Aktualisiert am

Rote Ampel: Frankreich ermittelt gegen die UBS Bild: AFP

Die Schweizer Großbank und ihre Tochtergesellschaft werden verdächtigt, Anlagemöglichkeiten zu Zwecken der Steuerhinterziehung angeboten zu haben.

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          Die französischen Justizbehörden erhöhen den Druck im Steuerstreit mit der Schweizer Großbank UBS. Die Staatsanwaltschaft in Paris eröffnete gegen die UBS-Muttergesellschaft ein formelles Ermittlungsverfahren. Sie verdächtigt das Institut, an gesetzeswidrigen Vertriebspraktiken beteiligt gewesen zu sein, teilte die Behörde mit.

          Gegen die französische UBS-Tochtergesellschaft läuft seit einer Woche ein ähnliches Verfahren. In Frankreich gab es immer wieder Vorwürfe, UBS-Mitarbeiter hätten potentiellen Kunden Anlagemöglichkeiten angeboten, die nach Ansicht der Ermittler der Steuerhinterziehung dienen sollten.

          In zwei weiteren Punkten im Zusammenhang mit Geldwäsche- und Steuerhinterziehungs-Vorwürfen wiesen die Behörden UBS den Status eines „beaufsichtigten Zeugen“ zu - anstatt ein Ermittlungsverfahren zu eröffnen. Der Status bedeutet, dass ein Zeuge von einem Anwalt begleitet werden muss, wenn er von den Behörden befragt wird.

          Die UBS war zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Großbank erklärte früher wiederholt, sie halte sich an die Gesetze und kooperiere mit den französischen Behörden. Ende April leiteten die französischen Behörden Ermittlungen gegen die britische Großbank HSBC ein. Die Bank soll reichen Franzosen geholfen haben soll, Geld vor dem Finanzamt in der Schweiz zu verstecken.

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