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Geschäftsjahr 2010 : Dax-Konzerne freuen sich über 66 Prozent mehr Gewinn

Es geht bergauf: Die Dax-Konzerne freuen sich über einen Anstieg des operativen Ergebnisses vor Zinsen und Steuern Bild: AFP

Die im Dax vertretenen Konzerne haben im Jahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich 66 Prozent mehr Gewinn gemacht. Das Umsatzplus betrug 13 Prozent. Trotz der guten Entwicklung stagnieren aber die Beschäftigtenzahlen.

          Im Vergleich zum Jahr zuvor freuen sich die im Deutschen Aktienindex Dax vertretenen Konzerne im Geschäftsjahr 2010 über einen eindrucksvollen Anstieg des operativen Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) von im Durchschnitt 66 Prozent. Besonders erfolgreich waren die Automobilunternehmen mit einem absoluten Gewinnwachstum von 8,8 (Daimler), 5,3 (VW) und 4,8 (BMW) Milliarden Euro.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Trotz der guten Entwicklung stagniert aber die Beschäftigung mit einem Plus von nur 1 Prozent. Zwölf der 30 im Dax gelisteten Unternehmen haben die Zahl ihrer Mitarbeiter sogar reduziert. Das ergibt sich aus einer Analyse der Geschäftsberichte durch die Beratungsgesellschaft Ernst & Young, die sich auf die dort jeweils wiedergegebenen Zahlen stützt. So ist zum Beispiel bei der Deutschen Bank das Ebit nicht berücksichtigt, da eine solche Kennziffer nicht veröffentlicht wird.

          Sehr viel mehr Geld haben die Konzerne wieder in Innovationsprojekte gesteckt: Die Investitionen in Forschung und Entwicklung stiegen um 12 Prozent. Hier stehen zwar nur Angaben von 25 Unternehmen zur Verfügung, für die aber ergibt sich in dieser Betrachtung ein Plus auf insgesamt 29,5 Milliarden Euro.

          „Im Rekordtempo aus dem Tal des Einbruchs“

          Doch auch die schon zu Ende entwickelten Produkte verkauften sich gut. Bis auf zwei Unternehmen konnten alle Dax-Konzerne ihren Umsatz steigern. Der Gesamtumsatz stieg um 13 Prozent auf 1094 Milliarden Euro und lag damit sogar um 4 Prozent über dem des Vorkrisenjahres 2008. Das prozentual stärkste Umsatzwachstum verzeichneten der Halbleiterhersteller Infineon und der Rohstoffkonzern K+S mit 51 beziehungsweise 40 Prozent.

          „2010 haben es die deutschen Konzerne geschafft, sich im Rekordtempo aus dem Tal des vorangegangenen Einbruchs herauszuarbeiten“, wird Hendrik Hollweg, Mitglied der Geschäftsführung bei Ernst & Young Deutschland, zur Vorlage der Studie zitiert. Im Verlauf des Jahres hätten sich die Auftragsbücher der exportorientierten Industrieunternehmen wieder rasant gefüllt. Das Umsatzwachstum gehe aber nicht nur auf das Konto einer gestiegenen Auslandsnachfrage, sondern sei auch auf eine verbesserte Investitionsbereitschaft im Inland zurückzuführen.

          Überproportional zum Umsatz ist vor diesem Hintergrund der Gewinn gestiegen: 2010 erzielten die Dax-Unternehmen ein Gesamt-Ebit von 96,6 Milliarden Euro und damit 38 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Nur sechs Unternehmen verbuchten einen niedrigeren Gewinn als in der gleichen Zeitspanne des Vorjahres; keine Gesellschaft machte Verlust. Im Jahr zuvor waren dies noch drei Unternehmen. Der Gesamtgewinn der Dax-Konzerne fiel nicht nur deutlich höher aus als im Jahr 2009, sondern übertraf auch wieder den des Jahres 2008 um 22 Prozent, in dem sich die Finanzkrise noch kaum in den Bilanzen niedergeschlagen hatte.

          Die Zahl der auf der ganzen Welt von den Dax-Unternehmen beschäftigten Mitarbeiter stieg jedoch um lediglich 1 Prozent auf 3,75 Millionen. Selbst dieser leichte Anstieg ist nur auf Zukäufe (Deutsche Bank: Postbank und Sal. Oppenheim; Merck KGaA: Millipore) zurückzuführen. Einige Unternehmen haben ihre Mitarbeiterzahl sogar verringert. „Da sich inzwischen aber der Aufschwung als robust erweist, werden wir im Geschäftsjahr 2011 sicher wieder einen messbaren Beschäftigungszuwachs sehen - vorausgesetzt, die Lage in Japan und Libyen eskaliert nicht noch weiter“, erwartet Hollweg.

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