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Geschäftsergebnis : Deutsche Bank macht Milliardenverlust

  • Aktualisiert am

Die beiden Vorstandschefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain Bild: dpa

Die Deutsche Bank hat eine enttäuschende Jahresbilanz vorgelegt. Im vierten Quartal machte das Geldinstitut 1,2 Milliarden Euro Verlust. Und die Aussichten für 2014 sind nicht besser.

          Die Deutsche Bank hat wegen ihrer zahlreichen Altlasten und einem schwachen Investmentbanking abermals eine enttäuschende Jahresbilanz vorgelegt. Zwar stieg der Überschuss im Vergleich zu den extrem schwachen Zahlen des Jahres 2012 an, wie das Institut am Sonntagabend überraschend mitteilte.

          Allerdings verfehlte Deutschlands bedeutendstes Geldhaus die Erwartungen der Analysten deutlich. Unter dem Strich stand nun ein Gewinn von 1,1 Milliarden Euro, nach 315 Millionen im Jahr 2012. Im vierten Quartal schrieb die Bank sogar abermals rote Zahlen: Knapp 1,2 Milliarden Euro vor Steuern.

          Die beiden Vorstands-Vorsitzenden Anshu Jain und Jürgen Fitschen nannten als Hauptgrund für das schwache Abschneiden die teuren Aufräumarbeiten: „2013 war das zweite Jahr in Folge, in dem wir in das künftige Wachstum sowie die weitere Stärkung unserer Kontrollen investierten und Altlasten abarbeiteten.“ Die Deutsche Bank sei nun fitter, sicherer und ausgewogener geworden.

          Viele Rechtsstreits

          Allein die zahlreichen Rechtsstreitigkeiten etwa wegen windiger Hypothekengeschäften in Amerika vor der Finanzkrise sowie der Beteiligung an den Manipulationen bei wichtigen Zinssätzen kosteten die Bank 2,5 Milliarden Euro. Für weitere Prozesse sind zusätzlich 2,3 Milliarden Euro zurückgelegt.

          Auch der beschleunigte Abbau von Risiken belastete. Dabei trennt sich das Institut von zahlreichen Finanzengagements und nimmt dabei auch Verluste in Kauf. Auf die kurz vor dem Verkauf stehende Tochter BHF-Bank schrieb das Geldhaus noch einmal 200 Millionen Euro ab.

          Zudem drückten die Kosten für das eingeleitete Sparprogramm und Investitionen etwa in die Stärkung des Mittelstandsgeschäft in Deutschland. Belastend wirkten sich diesmal auch Bilanzierungseffekte bei den eigenen Schulden aus.

          Auch 2014 wird schwierig

          Schwach lief in der zweiten Jahreshälfte wie bei den amerikanischen Konkurrenten das für die Deutsche Bank sehr wichtige Geschäft mit Anleihen. Viele Anleger hielten sich angesichts des erwarteten Ausstiegs der amerikanischen Notenbank aus der lockeren Geldpolitik zurück.

          Zudem litten die Investmentbanken unter den Folgen des lähmenden Haushaltsstreits in Amerika. Im Transaktionsgeschäft bekam die Deutsche Bank die niedrigen Zinsen zu spüren, während der Umbau in der Vermögensverwaltung erste Früchte trug. Ein stabiles Ergebnis erzielte das Privatkundengeschäft.

          In der Mitteilung machten Jain und Fitschen zunächst wenig Hoffnung, dass es in diesem Jahr deutlich besser wird. „Wir erwarten, dass 2014 ein Jahr mit weiteren Herausforderungen und ihrer disziplinierten Bewältigung sein wird“, erklärten sie. „Wir sind jedoch zuversichtlich, unsere für 2015 gesetzten Ziele zu erreichen und unsere strategische Vision für die Deutsche Bank erfolgreich umzusetzen.“ Als die beiden Manager im Jahr 2012 Josef Ackermann an der Spitze der Deutschen Bank ablösten, hatten sie ihre Planungen auf das Jahr 2015 ausgerichtet.

          Fortschritte machte die Bank im vergangenen Jahr hingegen dabei, ihre Kapitalbasis zu verbessern. So stieg die sogenannte harte Kernkapitalquote dank einer Kapitalerhöhung und abgebauter Risiken von 7,8 Prozent auf 9,7 Prozent. Die „Leverage Ratio“ - die anders als die harte Kernkapitalquote die gesamte Bilanzsumme und nicht nur die Risikopositionen ins Verhältnis zum Eigenkapital setzt - verbesserte sich von 2,6 auf 3,1 Prozent. Eigenkapital gilt als wichtiger Puffer gegen neue Krisen.

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