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Volkswagen dementiert : VW-Gerücht treibt Tesla-Aktie

  • Aktualisiert am

Teslas Modell 3 für den Massenmarkt Bild: Reuters

VW-Chef Diess ist offenbar ein großer Tesla-Fan. Einem Bericht zufolge, den Volkswagen jedoch sofort dementierte, erwägt Diess einen Einstieg bei dem amerikanischen E-Auto-Unternehmen. Der Kurs der Tesla-Aktie reagierte.

          Der Aktienkurs von Tesla reagierte am Donnerstag zunächst positiv auf Gerüchte über ein mögliches Interesse von Volkswagen-Chef Herbert Diess an einem Einstieg bei dem amerikanischen Elektroauto-Unternehmen. Der Kurs der Tesla-Aktie stieg auf der Börse Tradegate zunächst um knapp 3 Prozent. Der Handel der Tesla-Aktie an der amerikanischen Wall Street war da noch nicht gestartet. Später gab der Kurs jedoch wieder nach. Der Aktienkurs von Volkswagen dagegen reagierte nicht.

          Volkswagen dementierte den Bericht umgehend: „Die Spekulationen zu einer Übernahme von Anteilen von Tesla sind gegenstandslos“, erklärte ein VW-Sprecher am Donnerstag. Ein ranghoher Manager des Unternehmens soll laut einem Vorabbericht aus dem „Manager Magazin“ über Chef Diess gesagt haben: „Er würde sofort einsteigen, wenn er könnte“. Diess sei der Ansicht, dass Volkswagen von Teslas Batterie- und vor allem Softwarekompetenz profitieren könne.

          Das Geld sei auch da, für den Anfang reiche eine Beteiligung. Diess wird in dem Bericht zudem als „größter Tesla-Fan der Autoszene bezeichnet“. Schwieriger sei es mit der Zustimmung der Großaktionäre, der Familien Porsche und Piëch.

          Ein VW nahestehender Banker sagte, Diess würde zwar gerne Zugriff auf die Softwarekompetenz Teslas haben, es sei aber wohl unmöglich zu rechtfertigen, 30 Milliarden Dollar (27 Milliarden Euro) für das ganze Unternehmen hinzublättern. Eine Stellungnahme von Tesla war zunächst nicht zu erhalten.

          Volkswagen will aufholen

          Volkswagen will in den nächsten Jahren zum Marktführer bei E-Autos werden. Am Donnerstag stellte das Unternehmen dazu auch einen neuen Markenauftritt vor. Mit dem neuen Logo und einem digitalen Marktauftritt will Volkswagen den Umschwung in die E-Mobilität unterstreichen. „In weiten Teilen soll sich Volkswagen anfühlen wie ein Tech-Unternehmen“, kündigte der für das operative Geschäft der Hauptmarke zuständige Vorstand Ralf Brandstätter am Donnerstag in Wolfsburg an.

          TESLA INC. DL -,001

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          „Bis 2025 wollen wir Weltmarktführer in der E-Mobilität werden“, bekräftigte Brandstätter und fügte hinzu: „Das heißt, dass wir bis dahin eine Million Elektrofahrzeuge pro Jahr verkaufen wollen.“ Insgesamt investiert Volkswagen bis 2023 mehr als 30 Milliarden Euro in die E-Mobilität.

          Die Ertragskraft soll dabei aber nicht leiden. Die Marke VW bekräftigte das Ziel einer operative Marge von 6 Prozent bis 2022. Im ersten Halbjahr 2019 lag die Rendite bei 5,2 Prozent. Brandstätter begründete die Zuversicht damit, dass VW die Kosten durch das selbstentwickelte Baukastensystem (MEB) senken könne und die Marke zudem Skalenvorteile durch ihre Größe habe. Dazu trage auch die kürzlich vereinbarte Zusammenarbeit mit Ford bei.

          Sorge bereiten VW der Konjunkturabschwung und der bevorstehende Brexit. Von einer Krise wollte das Management aber nicht sprechen. Sollten die neuen E-Autos nicht den nötigen Ertrag abwerfen, dürfte die Luft auch für VW dünner werden. Im Moment gebe es aber keinen Anlass, den Geschäftsausblick zu ändern.

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