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Gerüchte um Fusion : E-Plus und O2 ziehen Blicke auf sich

Mit einer Discountstrategie erfolgreich: E-Plus-Filiale in Frankfurt Bild: Julia Zimmermann

Die Mobilfunkunternehmen E-Plus und O2 könnten vor einer Verbindung stehen. Beide Muttergesellschaften haben Schwierigkeiten. Die Wettbewerbsbehörden hätten aber ein Wort mitzureden

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          Die Anzeichen für einen Verkauf oder eine Abspaltung des drittgrößten deutschen Mobilfunkanbieters E-Plus durch die niederländische Muttergesellschaft KPN NV und eine Verbindung mit dem viertgrößten deutschen Anbieter O2 verdichten sich. Nach einem Bericht der britischen Zeitung „Financial Times“ vom Montag soll es innerhalb der kommenden zwei Wochen eine entsprechende Ankündigung des Konzerns geben. Unter Berufung auf Kenner des Dossiers heißt es, KPN wolle so dem Griff des mexikanischen Mobilfunkkonzerns América Móvil nach einem Anteil von 28 Prozent zu einem gebotenen Preis von 8 Euro je Aktie entgehen.

          Helmut Bünder
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.
          Carsten Knop
          Herausgeber.

          Über ein mögliches Zusammengehen von E-Plus, das 2011 einen Umsatz von knapp 3,1 Milliarden Euro aufwies, und O2 gibt es auch schon seit längerer Zeit Mutmaßungen in der Branche. Und obwohl der spanische Telekomkonzern Telefónica, zu dem O2 gehört, ein Interesse an E-Plus bisher abgestritten und einen Börsengang für seine deutsche Tochtergesellschaft in Aussicht gestellt hat, wird ein Zusammengehen - zum Beispiel in einem Gemeinschaftsunternehmen von E-Plus und O2 - unter Branchenkennern keineswegs ausgeschlossen. Ein solcher Schritt könne zum Beispiel über eine Abspaltung der jeweiligen Gesellschaften sowohl von Telefónica als auch von KPN erfolgen, hieß es am Montag.

          Umfassende Neuordnung der Geschäfte

          Telefónica, der größte Telekommunikationskonzern Europas, ist seinerseits gerade auf der Suche nach Geld, um seine hohe Verschuldung abzubauen und eher nicht zu großen Zukäufen bereit. Das macht eine reine Übernahme von E-Plus durch O2 eher unwahrscheinlich. Im Gegenteil befindet sich Telefónica mit seinen Auslandsbeteiligungen eher auf dem Rückzug: Erst am Wochenende wurde, wie schon in einem Teil unserer Auflage vom Montag berichtet, von Telefónica ein Anteil von 4,6 Prozent am chinesischen Mobilfunkbetreiber Unicom an die Muttergesellschaft China United Network Communications Group verkauft. Der Erlös: 1,1 Milliarden Euro. Danach wird Telefónica noch gut 5 Prozent an Unicom halten.

          Bilderstrecke

          Der von Telefónica im Zuge seines Umbaus zum Schuldenabbau vor einiger Zeit ebenfalls in Aussicht gestellte Börsengang seiner deutschen Mobilfunkgesellschaft mit der Marke O2 würde nach einer Verbindung mit E-Plus allerdings unter anderen Perspektiven und gesellschaftsrechtlich wohl eher mit Blick auf die nun diskutierte Abspaltungsvariante beleuchtet werden müssen. Auch ein solcher Schritt könnte zum Abbau von Schulden in der Obergesellschaft führen, da ein Teil der Verschuldung dann auf das neue Gemeinschaftsunternehmen mit E-Plus entfiele. Seit der Ankündigung, am Status quo von O2 etwas ändern zu wollen, gehen alle Marktbeobachter davon aus, dass es auf dem deutschen Mobilfunkmarkt so oder so zu einer Neuordnung kommen wird.

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