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Germanwings-Unglück : Versicherung will Millionen aus Lubitz’ Nachlass

Ein Wrackteil des Airbus A320 in den französischen Alpen Bild: Reuters

Eine Versicherung fordert in einem Insolvenzverfahren Geld aus dem Nachlass von Andreas Lubitz. Es soll um fast 7 Millionen Euro gehen. Der Ko-Pilot hatte eine Germanwings-Maschine absichtlich zum Absturz gebracht und 148 Menschen mit in den Tod gerissen.

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          Die Angehörigen der 149 Flugpassagiere, die der Germanwings-Pilot Andreas Lubitz absichtlich mit in den Tod gerissen hat, haben einen Schadensausgleich erhalten. Das Geld, das der Luftfahrt-Versicherer Allianz Global Corporate & Specialty ausgezahlt hat, fordert dieser im Nachlassinsolvenzverfahren gegen den Piloten zurück. Die „Bild“-Zeitung berichtete am Dienstag, eine Forderung über 6,72 Millionen Euro sei am Amtsgericht Montabaur angemeldet worden. Das sei die einzige ausstehende Forderung in dem Verfahren, wurde ein Gerichtssprecher zitiert. Andere Gläubiger können aber bis Mitte Januar noch Einwendungen erheben.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Die Allianz-Industrietochtergesellschaft bestätigte auf Nachfrage von FAZ.NET, dass sie Forderungen im Insolvenzverfahren über Lubitz‘ Nachlass gestellt habe. „Eine solche Prüfung von Regressoptionen gehört zu einem Standardvorgang im Rahmen einer Schadenregulierung, auch wenn deren Erfolg unwahrscheinlich ist“, sagte eine Unternehmenssprecherin. Genaue Zahlen gab die Sprecherin nicht an. Der Forderungsbetrag stehe in keinem Verhältnis zum Gesamtschaden des Unglücks, der bislang noch nicht vollständig ermittelt sei.

          Nun muss geprüft werden, ob sich der Nachlass von Andreas Lubitz überhaupt auf mehrere Millionen beläuft - was eher unwahrscheinlich ist. Den Eltern des Piloten steht nach dessen Tod das gesetzliche Erbe zu. Besteht es nur aus Schulden, können sie es ausschlagen, was in diesem Fall offenbar geschehen ist, sonst wäre kein Nachlassinsolvenzverfahren eingeleitet worden.

          Laut einer öffentlichen Bekanntmachung des Insolvenzgerichts hat der Insolvenzverwalter alle Forderungen geprüft und festgestellt. Das Insolvenzgericht wird in einem nicht-öffentlichen Schlusstermin in Montabaur Mitte Januar 2017 eine Quote festlegen. Bis dahin müssen auch Einwendungen gegen die Aufstellung eingehen. Ohne die Anmeldung hätte der Versicherer keine Ansprüche auf den Nachlass von Lubitz erheben können. Vom Ausgang des Verfahrens unberührt blieben die Schadensersatzforderungen der Angehörigen. Sie verklagen unter anderem die Ausbildungs-Tochtergesellschaft der Lufthansa in den Vereinigten Staaten auf Schadenersatz in Millionenhöhe.

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