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Germania-Kommentar : Unnötiger Schutz für Reisende

  • -Aktualisiert am

Mit Germania ist die nächste Fluggesellschaft insolvent. Bild: dpa

Eine Fluggesellschaft nach der anderen ist insolvent. Für die Branche ist das heilsam. Die Reiseveranstalter präsentieren sich wie die obersten Verbraucherschützer. Dabei handeln sie vor allem im eigenen Interesse.

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          Wer glaubte, dass es mittlerweile zu wenige Fluggesellschaften für einen annehmbaren Luftverkehr gebe, darf sich nach der Insolvenz von Germania eines Besseren belehrt sehen. Air Berlin, Monarch, Small Planet und weitere sind vom Markt verschwunden. Doch es sind immer noch zu viele. In diesem ruinösen Wettkampf haben kleine Anbieter wie Germania gegen die Finanzkraft großer Konzerne kaum eine Chance.

          Für den Reisenden bedeutet das, dass noch immer wirtschaftliche Wackelkandidaten unterwegs sind. Die europäische Luftfahrt ist aber in einer Phase der heilsamen Konsolidierung angekommen. Was in Nordamerika zur Genesung einer Branche beigetragen hat, vollzieht sich nun diesseits des Atlantiks.

          Für Reisende mag daher die Forderung wohlig klingen, dass Verbraucher beim Kauf von Flugtickets gesetzlich von allen Risiken – bis hin zur Insolvenz des Beförderers – befreit werden sollen.

          Doch für dieses Vollkaskopaket, das es im Baugewerbe und im Onlinehandel auch nicht gibt, besteht kein Anlass. Dass sich Reiseveranstalter wie die obersten Verbraucherschützer präsentieren, liegt daran, dass der Schutz den Urlaubsanbietern selbst gelegen käme. Bislang müssen sie für Pauschalreisende auf eigene Rechnung Ersatz organisieren, wenn eine Gesellschaft aufgibt. Gäbe es den Vollkaskoschutz, müssten Fluggesellschaften dafür aufkommen.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

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