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Gericht hat entschieden : Deutsche Bank muss Kirch-Erben Schadenersatz zahlen

  • Aktualisiert am

Leo Kirch starb im Juli des vergangenen Jahres. Bild: dpa

Nun ist es amtlich: Die Deutsche Bank muss an die Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch Schadenersatz zahlen. Das hat das Oberlandesgericht München entschieden.

          Die Deutsche Bank muss den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch Schadenersatz zahlen. Das teilte das Oberlandesgericht München mit. Der im vergangenen Jahr verstorbene Kirch hatte der Bank vorgeworfen, sie habe im Jahr 2002 durch Äußerungen des damaligen Bankchefs Rolf Breuer seine Kreditwürdigkeit in Zweifel gezogen und damit den Zusammenbruch seines Konzerns ausgelöst.

          Das Oberlandesgericht München sah es als erwiesen an, dass Breuer
          mitverantwortlich für die Pleite der Kirch-Gruppe war, wie der Vorsitzende Richter Guido Kotschy am Freitag sagte. Die Schadenersatz-Höhe soll nun in einem Gutachten festgestellt werden.

          Urteil absehbar

          Der Richter hatte schon im November die Einschätzung geäußert, durch das umstrittene Interview von Ex-Bankchef Rolf Breuer zur Kreditwürdigkeit des mittlerweile verstorbenen Medienzars sei Kirch ein Schaden in Höhe von 120 Millionen bis 1,5 Milliarden Euro entstanden. Am Freitagmorgen hatte er diese Einschätzung bekräftigt, wonach bereits absehbar war, dass die Deutsche Bank verurteilt würde.

          Der Streit zieht sich bereits seit zehn Jahren hin, mehrere Vergleichsversuche waren gescheitert. Breuer während des Verfahrens beteuert, er habe mit seinem Interview Anfang Februar 2002 keinen Druck auf Kirch aufbauen oder ihm schaden wollen. Auf die Frage nach den Zukunftschancen des hochverschuldeten Kirch-Konzerns hatte der Manager seinerzeit gesagt: „Was man alles lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder sogar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen.“

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