https://www.faz.net/-gqe-7528l

Gericht hat entschieden : Deutsche Bank muss Kirch-Erben Schadenersatz zahlen

  • Aktualisiert am

Leo Kirch starb im Juli des vergangenen Jahres. Bild: dpa

Nun ist es amtlich: Die Deutsche Bank muss an die Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch Schadenersatz zahlen. Das hat das Oberlandesgericht München entschieden.

          1 Min.

          Die Deutsche Bank muss den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch Schadenersatz zahlen. Das teilte das Oberlandesgericht München mit. Der im vergangenen Jahr verstorbene Kirch hatte der Bank vorgeworfen, sie habe im Jahr 2002 durch Äußerungen des damaligen Bankchefs Rolf Breuer seine Kreditwürdigkeit in Zweifel gezogen und damit den Zusammenbruch seines Konzerns ausgelöst.

          Das Oberlandesgericht München sah es als erwiesen an, dass Breuer
          mitverantwortlich für die Pleite der Kirch-Gruppe war, wie der Vorsitzende Richter Guido Kotschy am Freitag sagte. Die Schadenersatz-Höhe soll nun in einem Gutachten festgestellt werden.

          Urteil absehbar

          Der Richter hatte schon im November die Einschätzung geäußert, durch das umstrittene Interview von Ex-Bankchef Rolf Breuer zur Kreditwürdigkeit des mittlerweile verstorbenen Medienzars sei Kirch ein Schaden in Höhe von 120 Millionen bis 1,5 Milliarden Euro entstanden. Am Freitagmorgen hatte er diese Einschätzung bekräftigt, wonach bereits absehbar war, dass die Deutsche Bank verurteilt würde.

          Der Streit zieht sich bereits seit zehn Jahren hin, mehrere Vergleichsversuche waren gescheitert. Breuer während des Verfahrens beteuert, er habe mit seinem Interview Anfang Februar 2002 keinen Druck auf Kirch aufbauen oder ihm schaden wollen. Auf die Frage nach den Zukunftschancen des hochverschuldeten Kirch-Konzerns hatte der Manager seinerzeit gesagt: „Was man alles lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder sogar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen.“

          Weitere Themen

          Türkische Lira auf Rekordtief Video-Seite öffnen

          Menschen demonstrieren : Türkische Lira auf Rekordtief

          Dutzende Demonstranten wurden am Mittwochabend bei einem Protest gegen die Regierung in Istanbul festgenommen. Die türkische Lira war am Vortag um mehr als 15 Prozent auf ein Rekordtief eingebrochen. Seit Jahresanfang hat die Lira bereits mehr als 40 Prozent an Wert verloren.

          Topmeldungen

          Kunststoffröhrchen mit Corona-Abstrichen stehen nach dem PCR-Test in einem Labor.

          Corona-Pandemie : Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 444,3

          Ein Brechen der vierten Welle scheint nicht in Sicht. Neuinfektionen, Krankenhauseinlieferungen und Todesfälle steigen weiter. Laut RKI lag die Sieben-Tage-Inzidenz in 32 Landkreisen bei über 1.000.
          Modedesigner Wolfgang Joop zu Gast bei ,,Germany’s Next Topmodel“ von Heidi Klum in Staffel 16

          Sexueller Missbrauch : Die Opfer der Mode

          Lange sah man nur den schönen Schein. Jetzt wird langsam offenbar, dass auch in der Modeszene oftmals Missbrauch herrschte. All das kommt hoch, weil Wolfgang Joop sich verplappert hat.
          Eine ganz falsche Botschaft: Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt (hier Ende November in Hannover)

          Fraktur : Volk, hör die Signale!

          Das neue Zauberwort der politischen Kommunikation lautet: Signal. Man soll die Politiker nicht mehr beim Wort nehmen. Es reicht, ihre Botschaften zu verstehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.