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Autohersteller im Umbruch : General Motors schließt Fabriken in Amerika

Auch die Fabrik in Oshawa im kanadischen Bundesstaat Ontario ist betroffen. Bild: Reuters

Der amerikanische Autohersteller General Motors baut um: Standorte in Nordamerika fallen weg – und zudem Tausende Arbeitsplätze. Die Anleger sind begeistert.

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          Der amerikanische Autohersteller General Motors (GM) sieht sich zu den tiefsten Einschnitten seit seinem Insolvenzverfahren vor knapp zehn Jahren gezwungen. Das Unternehmen teilte an diesem Montag mit, die Produktion in drei nordamerikanischen Werken im nächsten Jahr aufgeben zu wollen. Darüber hinaus soll der Betrieb in zwei Fertigungsstätten außerhalb der Heimatregion eingestellt werden. Außerdem soll die Zahl der Angestellten, die nicht in der Produktion beschäftigt sind, auf der ganzen Welt um 15 Prozent reduziert werden. Im Management sollen sogar 25 Prozent der Stellen wegfallen, „um Entscheidungen zu beschleunigen“.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Mit den jetzt angekündigten Schritten will der Konzern seine jährlichen Kosten um 4,5 Milliarden Dollar reduzieren. Zudem sollen auch die jährlichen Investitionen um 1,5 Milliarden Dollar reduziert werden. Vorstandsvorsitzende Mary Barra beschrieb die Restrukturierung als vorausschauende Maßnahme, um sich für Veränderungen des Marktumfelds und der Präferenzen von Verbrauchern zu rüsten.

          Tatsächlich ist GM derzeit alles andere als ein Krisenfall. Für sein jüngstes Geschäftsquartal meldete das Unternehmen einen Nettogewinn von 2,5 Milliarden Dollar. Allein auf dem amerikanischen Heimatmarkt, der besonders stark von den jetzt verkündeten Einschnitten betroffen sein wird, erhöhte sich der Betriebsgewinn gegenüber dem Vorjahr von 2,1 Milliarden auf 2,8 Milliarden Dollar. Der Konzern steht auch viel besser da als sein einheimischer Rivale Ford, der für das dritte Quartal einen Gewinnrückgang meldete.

          Allerdings hat sich das Geschäft auf dem amerikanischen Automarkt nach Jahren rasanten Wachstums in jüngster Zeit allgemein etwas abgeschwächt. Und schon bei der Vorlage seiner Quartalszahlen hatte GM mitgeteilt, 18.000 seiner amerikanischen Angestellten Abfindungsangebote gemacht zu haben. Auch Ford plant derzeit ein größeres Restrukturierungsprogramm, hat dazu allerdings bislang nur wenige Details verraten.

          Ford leidet unter anderem unter hohen Verlusten in Europa, wohingegen GM das Geschäft um seine langjährige hiesige Tochtergesellschaft Opel vor geraumer Zeit abgegeben hat. Von den nordamerikanischen Werken, die GM aufgeben will, entfallen zwei auf die Vereinigten Staaten und eines auf Kanada. Eines der Werke liegt in Detroit, der Heimatstadt des Unternehmens, die in den vergangenen Jahrzehnten schon eine Reihe von Autokapazitäten verloren hat.

          GM sprach zunächst nicht von einer Schließung der nordamerikanischen Standorte, sondern nur davon, dass ihnen für das kommende Jahr keine Produkte „zugeteilt“ würden. Sprecher einer kanadischen Autogewerkschaft zeigten sich am Montag verärgert, dass die Restrukturierung in Nordamerika nur die Vereinigten Staaten und Kanada trifft, nicht aber Mexiko.

          Welche Werke außerhalb Nordamerikas stillgelegt werden sollen, verriet das Unternehmen zunächst nicht. Schon vor einiger Zeit hat GM die Schließung eines koreanischen Werks angekündigt. Mit der Reduzierung von Kapazitäten sollen auch Einschnitte im Produktportfolio einhergehen. Ähnlich wie es Ford angekündigt hat, will auch GM seine Produktpalette noch stärker als bisher auf sportliche Geländewagen (SUV) und Pick-Up-Transporter ausrichten, zu Ungunsten traditioneller Personenwagen, die sich in jüngster Zeit in Amerika immer schlechter verkaufen.

          Der Konzern teilte am Montag außerdem mit, seine Investitionen in Elektroautos und autonomes Fahren in den nächsten beiden Jahren verdoppeln zu wollen. An der Börse kamen die Pläne von GM sehr gut an, der Aktienkurs stieg um mehr als sieben Prozent auf 38,60 Dollar. Das Restrukturierungsprogramm soll zwar Milliardenbeträge sparen, wird aber nach Angaben des Unternehmens zunächst einmal viel Geld kosten. Der Konzern bezifferte die mit den Einschnitten verbundenen Vorsteueraufwendungen auf 3 Milliarden bis 3,8 Milliarden Dollar.

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