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Längster Kampf seit 1970 : General Motors nähert sich Ende des Streiks

Diese beiden Streikenden freuen sich über die vorläufige Einigung der Gewerkschaft mit GM. Bild: AP

Einen Monat lang wurde GM bestreikt. Jetzt gibt es eine vorläufige Einigung. Einige Hürden müssen aber noch genommen werden.

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          Der Arbeitskampf beim amerikanischen Autohersteller General Motors (GM) steht vor dem Ende. Die Gewerkschaft UAW teilte am Mittwoch mit, sie habe eine vorläufige Einigung mit dem Unternehmen erzielt. Der seit einem Monat dauernde Streik in amerikanischen GM-Werken könnte damit sehr bald zu Ende sein.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Es sind allerdings noch Hürden zu überwinden. Für den Donnerstag ist ein Treffen eines Führungsgremiums von GM-Gewerkschaftern angesetzt, auf dem über das Abkommen abgestimmt werden soll. Wird es angenommen, wird das Gremium entscheiden, ob der Streik sofort beendet wird oder erst, nachdem alle Gewerkschaftsmitglieder die Vereinbarung ratifiziert haben. Dies ist nicht immer der Fall. Beispielsweise haben vor vier Jahren die Mitarbeiter des GM-Wettbewerbers Fiat Chrysler das erste vorläufige Abkommen abgelehnt.

          Der längste Kampf seit 1970

          Genaue Details der Vereinbarung wurden am Mittwoch zunächst nicht veröffentlicht. Der Streik begann Mitte September, nachdem sich die UAW mit dem Hersteller nicht auf einen neuen Vier-Jahres-Tarifvertrag einigen konnte. Es wurde der längste Arbeitskampf seit 1970, als GM-Mitarbeiter zwei Monate lang streikten. Analysten schätzen, der Streik könnte den Konzern bislang zwei Milliarden Dollar gekostet haben.

          Der Streik hatte auch Auswirkungen über die Vereinigten Staaten hinaus. Weil Bauteile aus amerikanischen Werken fehlten, sah sich GM auch gezwungen, Tausende von Mitarbeitern an kanadischen und mexikanischen Standorten freizustellen.

          Noch Anfang vergangener Woche schienen sich die Fronten in der Auseinandersetzung weiter verhärtet zu haben, als die Gewerkschaft sagte, die Gespräche hätten „eine Wendung zum Schlechteren“ genommen. In den vergangenen Tagen hatte sich die GM-Vorstandsvorsitzende Mary Barra in die Tarifgespräche eingeschaltet. Die UAW verhandelt traditionell nacheinander über neue Tarifverträge mit den amerikanischen Autoherstellern. Sollte es zu einer Einigung mit GM kommen, würden Gespräche mit Ford und Fiat Chrysler folgen.

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