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Geldwäsche-Ermittlungen : Chef der Danske Bank zurückgetreten

  • Aktualisiert am

Zentrale der Danske Bank in Kopenhagen Bild: Reuters

Der Vorstandschef des dänischen Geldinstituts räumt seinen Posten. Hintergrund sind Geldwäsche-Ermittlungen gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber: die niederländische Bank ABN Amro.

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          Der Vorstandschef des dänischen Geldinstituts Danske Bank, Chris Vogelzang, ist zurückgetreten. Das gab der Vorstand der Bank am Montag in einer Börsenmitteilung bekannt. Hintergrund seien Geldwäsche-Ermittlungen gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber, die niederländische Bank ABN Amro. Vogelzang sei als Verdächtiger genannt worden.

          „Ich bin sehr überrascht von der Entscheidung der niederländischen Behörden“, sagte Vogelzang laut der Mitteilung. Sein Status als Verdächtiger bedeute nicht, dass er angeklagt werde. Er habe ABN Amro vor mehr als vier Jahren verlassen. Die Danske Bank kündigte gleichzeitig an, dass Carsten Egeriis den Posten des Vorstandschefs übernehmen werde.

          Amro muss wegen den Geldwäsche-Verstößen knapp eine halbe Milliarde Euro bezahlen. Mit der Staatsanwaltschaft habe sich das Institut auf die Zahlung von 480 Millionen Euro geeinigt, die sich in der Bilanz des ersten Quartals niederschlagen würden, teilte ABN Amro am Montag mit. „Diese Einigung markiert das Ende einer schmerzhaften und enttäuschenden Episode für ABN Amro“, sagte Bankchef Robert Swaak. Das Institut habe Lehren daraus gezogen und bedauere die Angelegenheit. Im Visier der Ermittler stehen nach Angaben der Behörden drei Ex-Vorstände von ABN Amro – einer davon ist Vogelzang.

          Umfassender Geldwäscheskandal

          Auch die Danske Bank war vor einigen Jahren wegen eines umfassenden Geldwäscheskandals in der estnischen Filiale der Bank in die Schlagzeilen geraten. Der Fall führte in mehreren Ländern zu Rücktritten und polizeilichen Ermittlungen. Auch die Deutsche Bank ist in den Skandal verstrickt, sie war jahrelang als Korrespondenzbank für die Danske Bank tätig.

          Im Zuge der Geldwäscheermittlungen musste die ebenfalls in den Niederlanden ansässige ING bereits eine Rekordstrafe von 775 Millionen Euro bezahlen. In dem Zusammenhang gibt es auch eine strafrechtliche Untersuchung der Rolle des ehemaligen ING-Chefs Ralph Hamers, der inzwischen Vorstandschef der Schweizer Großbank UBS ist. Die Staatsanwaltschaft warf ABN Amro im September 2019 vor, Konten, die an Geldwäsche beteiligt sind, nicht zu erkennen sowie die Beziehungen zu verdächtigen Kunden nicht zu beenden und solche Transaktionen nicht den zuständigen Behörden zu melden.

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