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René Benko : Geht Karstadt bald an österreichischen Millionär?

René Benko Bild: dpa

Die Gerüchte kursieren seit Wochen: Übernimmt der österreichische Immobilienunternehmer René Benko den angeschlagenen Warenhauskonzern Karstadt? Nun äußert er sich erstmals selbst.

          Die Gerüchte kursieren seit Wochen. Ob sie sich bald bewahrheiten, steht dahin. Der österreichische Immobilienunternehmer René Benko soll vor der Übernahme des angeschlagenen Essener Warenhausunternehmens Karstadt stehen. Das berichtet jedenfalls das österreichische Wirtschaftsmagazin „Format“ in seiner jüngsten Ausgabe. So habe Benko gegenüber der Zeitung bestätigt, dass er zur Hilfe gerufen worden sei, um den deutsch-amerikanischen Investor Nicolas Berggruen als Gesellschafter abzulösen.

          Brigitte Koch

          Wirtschaftskorrespondentin in Düsseldorf.

          Der momentan in südlichen Gefilden urlaubende Benko war am Mittwoch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Auch die Seite Berggruens wollte die Gerüchte über einen anstehenden Eigentümerwechsel nicht kommentieren. Konkrete, im Endstadium befindliche Verhandlungen soll es nicht geben, war am Mittwoch zu hören.

          Im Prinzip steht ja auch längst die Vereinbarung, dass Benko dereinst auch 75 Prozent der „normalen“ Karstadt-Häuser übernimmt. Wie zeitnah diese bestehende Call-Option gezogen wird, bleibt abzuwarten. Als sicher gilt, dass Berggruen so rasch wie möglich aus seinem Essener Investment raus will. Als ebenso sicher gilt aber auch, dass Benko den Problemfall in Essen nicht ohne gewisse Mitgift des aktuellen Eigentümers übernehmen will.

          Der 37 Jahre alte Benko, der zu den 50 reichsten Österreichern gezählt wird, ist schon recht eng mit Karstadt verbandelt. Über seine Signa-Gruppe besitzt er mehr als ein Dutzend Karstadt-Immobilien und ist damit einer der größten Vermieter des mit Verlusten kämpfenden Handelsunternehmens. Im Herbst 2013 hatte er über die Signa-Holding schon jeweils 75 Prozent an den Filetstücken des Konzerns übernommen, nämlich den in gesonderten Gesellschaften geführten drei Premiumhäusern Kadewe (Berlin), Alsterhaus (Hamburg) und Oberpollinger (München) sowie den 28 Sporthäusern.

          Bekannt wurde Benko hierzulande, als er Ende 2011 für den damals auf der Metro-Verkaufsliste stehenden Wettbewerber Kaufhof geboten hatte. Da aus Sicht des Metro-Managements die milliardenschwere Finanzierung nicht wasserdicht und die Absichten des Kaufinteressenten nicht klar waren, legte Metro den Verkauf jedoch wieder auf Eis.

          Dass der Österreicher mit einer Übernahme der Essener Warenhausgruppe auch in das operative Einzelhandelsgeschäft einsteigen könnte, wäre ein Novum. Bisher hat er sich auf das Entwickeln und Vermieten von Immobilien konzentriert. Mit dubiosen Geschäften in Italien hat er sich freilich eine Bewährungsstrafe eingehandelt. Anfang der Woche wurde vom Obersten Gerichtshof in Wien diese schon vor einem Jahr verhängte Strafe bestätigt, womit der Investor als vorbestraft gilt.

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