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Gehaltsverzicht von Managern : Das Ende der machtbesessenen Boni-Ritter

Puma-Chef Bjoern Gulden Bild: AFP

Viele Manager müssen Tausende ihrer Mitarbeiter derzeit in Kurzarbeit schicken. Einige haben daher angekündigt, auch selbst auf Gehalt zu verzichten. Das ist lobenswert.

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          An Managern wird in normalen Zeiten viel Kritik geübt – und häufig zu Recht. Die Krise gibt aber einen Anlass, das in Teilen der Öffentlichkeit vorherrschende Bild von den machtbesessenen Boni-Rittern zu hinterfragen. In Deutschland könnte die Zahl der Kurzarbeiter die Marke von zwei Millionen bald überschreiten. Etliche Konzerne wie Volkswagen, Daimler, Continental oder Thyssen-Krupp müssen angesichts der Corona-Krise die Arbeitszeit für Tausende Mitarbeiter reduzieren. Selbst Banken und der öffentliche Dienst denken darüber nach.

          Das hat es so bislang noch nie gegeben – auch in der Finanzkrise nicht. Häufig stocken Unternehmen das Kurzarbeitergeld freiwillig auf. Das ist vorbildlich. Überhaupt zeigen sich viele Führungskräfte besonnen. Einige verzichten freiwillig auf einen Teil ihres Gehalts, etwa Puma-Chef Bjørn Gulden und Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Auch Manager von Tui und Douglas haben einen Teilverzicht angekündigt, die Vorstände von Daimler, Ceconomy und ZF Friedrichshafen denken auch darüber nach.

          Das ist ehrenwert, ihre Arbeitslast geht in dieser Krise sicher nicht zurück – im Gegenteil. Ihr Verzicht erhöht auch den Druck auf andere, freiwillig nachzuziehen. Wer Einschnitte von seinen Leuten verlangt, tut gut daran, selbst auch auf etwas zu verzichten.

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