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Gehälter : Viele Banker sind ihr Geld nicht wert

Glasfassade der Doppeltürme der Deutschen Bank in Frankfurt Bild: dpa

Die Gehälter der Damen und Herren in den Bankentürmen sind immer noch saftig. Spitzenreiter ist die Deutsche Bank. Eine neue Studie zeigt noch mehr: Die Entlohnung ist keineswegs immer gerecht.

          2 Min.

          Demut und Bescheidenheit haben die Banken sich nach der Finanzkrise auf die Fahnen geschrieben. Doch die Gehälter, die die Damen und Herren in vielen Bankentürmen verdienen, sind immer noch saftig. Spitzenreiter bei der Besoldung unter den deutschen Banken ist die Deutsche Bank. Vor allem ihre Investmentbanker entlohnt die Bank fürstlich. Nach einer Aufstellung des Karriereportals Efinancialcareers zahlt die Sparte für jeden Mitarbeiter im Schnitt rund 210.000 Euro. An zweiter Stelle folgen die Investmentbanker der Hypovereinsbank. Sie erhielten im Jahr 2014 durchschnittlich 174.000 Euro.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Für die Untersuchung hat der Portalbetreiber den Personalaufwand der einzelnen Banken sowie einzelner Geschäftssparten durch die Zahl der Mitarbeiter geteilt. Dieser Wert ist zwar nicht gleichzusetzen mit dem Bruttogehalt der einzelnen Mitarbeiter, weil etwa Sozialleistungen und Ausgaben für Schulungen nicht herausgerechnet werden. Er gibt aber eine Richtgröße. Und die Aufstellung zeigt, wie viel die Bank für ihre einzelnen Mitarbeiter ausgibt. Von Haus zu Haus, und – so es aufgeschlüsselte öffentliche Daten gibt – von Sparte zu Sparte ergeben sich enorme Unterschiede.

          Bescheiden sind die Mitarbeiter der Volks- und Raiffeisenbanken

          So verdienen innerhalb der Deutschen Bank die Kollegen in den Bankfilialen deutlich weniger als die Investmentbanker. Hier beträgt der Personalaufwand je Mitarbeiter gerade einmal 78.000 Euro. Im Schnitt über alle Abteilungen gerechnet, ergibt sich für die Angestellten der Deutschen Bank ein Wert von rund 127.000 Euro. Die Commerzbank zahlt nach dieser Aufstellung gerade 74.000 Euro, die Hypovereinsbank über alle Geschäftssparten gerechnet 99.000 Euro. Am bescheidensten sind die Angestellten der Volks- und Raiffeisenbanken. Bei ihnen ergibt sich ein Durchschnittsverdienst von gerade einmal 53.000 Euro.

          Bild: F.A.Z.

          Interessant ist auch der Blick auf die Erträge, welche die jeweiligen Mitarbeiter für ihre Bank erwirtschaften. Denn traditionell rechtfertigen Banken die hohen Gehälter für ihre Investmentbanker mit dem Verweis auf die hohen Gewinne, die sie erzielen. Doch in den vergangenen Jahren wachsen auch in vielen Sparten des Investmentbankings die Bäume nicht mehr in den Himmel. Das Karriereportal hat die Vorsteuerergebnisse der Finanzhäuser und der einzelnen Sparten für den Vergleich ebenfalls einmal durch die Zahl der Mitarbeiter geteilt. Zwar sind bei einem Gewinn die Kosten für die Mitarbeiter schon einmal verdient – aber erstaunlich niedrig sind viele der Überschüsse dennoch. „Im Idealfall wäre zu erwarten, dass die Bank oder die jeweilige Sparte mit dem niedrigsten Profit auch den niedrigsten Personalaufwand pro Kopf aufbringen“, findet Tanja Apel-Mitchell, Direktorin bei Efinancialcareers.de. Das ist nicht immer der Fall.

          So erwirtschaften die Investmentbanker der Hypo-Vereinsbank im Schnitt fast doppelt so viel Vorsteuergewinn wie die der Deutschen Bank, obwohl sie ihren Arbeitgeber weniger kosten. Bei der vergleichsweise kleinen Baader Bank stand 2014 ein sehr geringer Gewinn unterm Strich. Das Durchschnittsgehalt in dem Wertpapierhandelshaus lag den Zahlen zufolge aber auf dem gleichen Niveau wie in der Deutschen Bank. Sowohl der Branchenprimus als auch die Nummer Zwei, die Commerzbank, sehen beim Pro-Kopf-Gewinn aber auch nicht gut aus. Sie kommen 2014 gerade einmal auf 32.000, beziehungsweise 12.000 Euro Gewinn je Mitarbeiter.

          Ein Blick auf eine frühere Untersuchung von Efinancialcareers zeigt allerdings, dass die Gehälter tatsächlich auch für die Investmentbanker der Deutschen Bank geschrumpft sind. 2011 lag der durchschnittliche Personalaufwand in dem Segment noch bei 330.000 Euro.

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