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Volocopter : Flugtaxi-Start-up bekommt frisches Geld aus China

Demo-Flug bei der Intel Keynote in Las Vegas im Januar 2018 Bild: Reuters

An Volocopter beteiligt sich nach Daimler nun auch der chinesische Autokonzern Geely. Bald soll das badische Flugtaxi in China fliegen.

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          Die Idee eines Flugtaxis hat die Volocopter-Mannschaft im badischen Bruchsal zur Serienreife gebracht. Acht Jahre nach dem ersten bemannten Testflug des elektrisch angetriebenen Senkrechtstarters plant das Start-up den kommerziellen Betrieb. Das nötige Geld für diesen Schritt kommt dabei unter anderem aus China. Der Autokonzern Geely, dessen Gründer und Vorstandschef Li Shufu seit dem vorigen Jahr der größte Daimler-Aktionär ist, hat sich als führender Investor in der Finanzierungsrunde C engagiert, die sich auf insgesamt 50 Millionen Euro beläuft.  

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          In den bisherigen Finanzierungsrunden hatte Volocopter schon 35 Millionen Euro eingesammelt. Daimler ist mit gut 10 Prozent schon strategischer Investor von Volocopter, neben der Intel Deutschland GmbH, die 8,5 Prozent der Anteile hält. Die Gründer bleiben zusammengenommen weiterhin der größte Anteilseigner.

          Geely kennt Geschäft mit Flugtaxis

          Die Pläne von Volocopter sind schon sehr konkret. Das Unternehmen, das sich selbst als „Urban Air Mobility Pionier“ bezeichnet, hat im August die vierte Generation seiner Flugtaxis vorgestellt, die speziell für den Verkehr im städtischen Raum geplant sind. Damit grenzt sich der „Volo-City“, angetrieben von 18 unabhängigen Rotoren, deutlich ab von einem ebenfalls als Lufttaxi gedachten Gefährt von Lilium, das mit 36 Triebwerken Tempo 300 und eine Reichweite von 300 Kilometern erreichen will – und das ganze künftig sogar mit fünf Passagieren.

          Das Geschäft mit Flugtaxis ist für Geely als Investor keineswegs neu. Im Jahr 2017 stiegen die Chinesen bei Terrafugia ein, das schon vor zehn Jahren den ersten Prototypen eines Flugautos namens Transition vorstellte. Dieses wieder ein völlig anderes Konzept – es ist ein Flugzeug, dessen Tragflächen eingeklappt werden können, wodurch ein zweisitziges Auto entsteht.

          Im Flugmodus wird ein Verbrennungsmotor genutzt, als Auto fährt Transition elektrisch. Schon Anfang des Jahrzehnts war die Serienproduktion angekündigt und es konnten Vorbestellungen aufgegeben werden. Von einer Realisierung ist nichts bekannt, lediglich die Absichtserklärungen wurden nach der Übernahme durch Geely erneuert. Und auf der Homepage von Terrafugia kann man auch heute noch seine Kaufabsicht hinterlassen.

          „Volo-Port“ in Singapur

          Mit dem Volo-City will das badische Unternehmen erklärtermaßen noch in diesem Jahr in Singapur fliegen und dort seinen „Volo-Port“ vorstellen, einen auffallend gestalteten Landeplatz, von dem aus Testflüge mit gestartet werden sollen. „Es geht nicht nur darum, Flugtaxis zu entwickeln, sondern auch um die nötige Infrastruktur“, sagte Volocopter-Geschäftsführer Florian Reuter auf dem Greentech-Festival im Mai in Berlin. In Singapur sollen alle Abläufe unter realen Bedingungen getestet werden, vom Batteriewechsel bis zum Boarding der Fluggäste.

          In Deutschland wird es noch etwas länger dauern, bis solche Szenen zu sehen sind. Hier wird erst einmal untersucht, wie das Publikum auf diese Art von Technik überhaupt reagiert. Die Bühne für diese Tests bietet wiederum Daimler mit einem Bürgerfest rund um das Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart am kommenden Wochenende.

          Hier soll der Volocpter 2x – ein Vorgänger-Modell des Volo-City – im echten Betrieb zu sehen sein, und das Publikum hat dann sogar die Chance, ihre Einschätzungen zu dem neuen Flugobjekt mit prominenten Gesprächspartnern zu diskutieren: mit dem neuen Daimler-Vorstandsvorsitzenden Ola Källenius und dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann.

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