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Uniper-Chef Maubach : Im Zentrum der Gaskrise

Klaus-Dieter Maubach Anfang Juli Bild: Reuters

Uniper-Chef Klaus-Dieter Maubach hat es bald mit zwei Regierungen zu tun. Zum Großaktionär Fortum tun sich neue Risse auf.

          4 Min.

          Dass es für Uniper in einem solchen Fiasko enden könnte, hat Klaus-Dieter Maubach lange nicht wahrhaben wollen. Selbst nach dem Einmarsch in die Ukraine beschwor der Vorstandsvorsitzende noch die Liefertreue der Russen. „ Gazprom war in den 50 Jahren unserer Partnerschaft immer ein zuverlässiger Partner, der seine Zusagen gehalten hat“, machte Maubach sich und seinen Gaskunden Mut. Man kann das in der Rückschau als Wunschdenken abtun. Aber die engen Verflechtungen mit Russland gehörten zur DNA des Konzerns und seiner Vorgängergesellschaften Ruhrgas und Eon.

          Helmut Bünder
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Maubach ist der wichtigste Gasmann der Republik: Mehr als hundert Stadtwerke mit Millionen Endkunden beziehen ihren Brennstoff von Uniper, dazu viele Industriekunden. Mehr als die Hälfte der gesamten russischen Lieferungen kamen über Uniper nach Deutschland. Maubach hatte einen guten direkten Draht zu Gazprom-Chef Alexei Miller und macht keinen Hehl aus seiner tiefen Enttäuschung über den „Vertragsbruch“. Vor einem Jahr, auf einem Wirtschaftsforum in St. Petersburg, haben die beiden noch Pläne für eine Ausweitung ihrer Zusammenarbeit besprochen. Aber alte Gewissheiten sind dahin, seit der Kreml Gas zur politischen Waffe gemacht hat.

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