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Gase / Maschinenbau : Linde nach Gewinnplus optimistisch für 2005

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Der Industriegase- und Gabelstaplerhersteller Linde profitiert weiter vom harten Sparkurs des Konzerns. Dank der Kostensenkungen und guter Geschäfte in allen Konzernbereichen stieg der Gewinn im dritten Quartal deutlich.

          Der Industriegase- und Gabelstaplerhersteller Linde profitiert weiter vom harten Sparkurs seines Managements. Dank der Kostensenkungen und guter Geschäfte in allen Konzernbereichen stieg der Gewinn im dritten Quartal deutlich.

          „Wir sind als Konzern insgesamt schlagkräftiger und leistungsstärker geworden“, resümierte Konzernchef Wolfgang Reitzle am Montag in Wiesbaden. Der operative Gewinn (Ebita) stieg um 0,5 Prozent auf 218 Millionen Euro. Vor Steuern verdiente Linde 188 Millionen Euro, fast ein Drittel mehr als vor Jahresfrist. Linde erwartet nun für das Gesamtjahr eine Verbesserung beim Ebita um zehn bis 15 Prozent. Auch der Umsatz werde zulegen, hieß es. Bislang hatte sich das Management zurückhaltender geäußert.

          Aktie reagiert positiv

          Börsianer honorierten die vorgelegten Zahlen und den Geschäftsausblick mit Käufen, die Aktie legte bis zum Nachmittag 1,4 Prozent auf 59 Euro zu. Linde hatte sich 2003 vom traditionsreichen Geschäft mit Kühlgeräten für die Lebensmittelbranche getrennt und ist nur noch in den Bereichen Gase/Anlagenbau sowie Gabelstapler aktiv. Den verbleibenden Sparten verordnete das Management einen Sparkurs, der bereits im ersten Halbjahr zu stärkeren Zahlen geführt hatte. Reitzle will die Kapitalrendite im Gabelstaplergeschäft bis 2007 auf 16 (2004: 12) Prozent verbessern, in der Gase-Sparte bis 2008 auf 13 (10,9) Prozent. Dazu habe der Konzern nun die Voraussetzungen geschaffen, erklärte der Linde-Chef. Mit zwei bereits angekündigten Sparprogrammen für die Gase- und die Staplersparte will Linde bis 2008 seine Kosten um einen dreistelligen Millionenbetrag senken.

          Der Konzern setzte von Juli bis September knapp 2,4 Milliarden Euro um, ein Minus von fast vier Prozent. Im Vergleichswert sind allerdings noch Erlöse aus der Kältetechnik im Vorjahr einbezogen. Bei Bereinigung um die Sparte kletterten die Umsätze dagegen. Unter dem Strich blieb ein Überschuß von 118 Millionen Euro nach 75 Millionen Euro vor Jahresfrist.

          Ausblick für Anlagebau angehoben

          In seinem wichtigen Gasebereich erzielte Linde im Quartal beim operativen Gewinn ein Plus von 8,4 Prozent auf 180 Millionen Euro. Der Umsatz nahm um 11,1 Prozent zu. Der französische Gasekonkurrent Air Liquide hatte für das dritte Quartal ein Umsatzplus von fast neun Prozent gemeldet.

          Die Staplersparte von Linde steigerte ihr Ebita um 13,6 Prozent auf 50 Millionen Euro, der Umsatz legte um 6,7 Prozent zu. Mit vollen Auftragsbüchern in der Hinterhand hob Linde zudem seinen Ausblick für den Anlagenbau an. Nunmehr wird für 2005 mit einem Umsatzplus und einem „deutlich verbesserten“ Ebita gerechnet. Zuvor war lediglich von einem Ergebnis und Umsatz mindestens auf Vorjahresniveau die Rede gewesen.

          Zu den immer wiederkehrenden Spekulationen um eine Fusion mit dem britischen Gasewettbewerber BOC sagte Reitzle:“Es gibt keine Gespräche mit BOC.“ Zwar sei der Börsenwert von Linde zuletzt gestiegen, BOC sei aber immer noch größer. „Linde wäre dann ein Juniorpartner, und das verträgt sich nicht mit unserer Philosophie“, sagte Reitzle. Linde und BOC würden nach Einschätzung von Analysten bei der geographischen Aufstellung im Gasegeschäft gut zusammenpassen. Konzernchef Reitzle sagte zudem, es gebe keine konkreten Anfragen für die Gabelstaplersparte. Manche Analysten hatten Reitzle in der Vergangenheit den Verkauf der Gabelstaplersparte nahegelegt.

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