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Gas aus Russland : Hunderttausend Stellen in Gefahr

Bedrohte Welt: Ein Teil der mehr als 10 Quadratkilometer großen Werksanlagen von BASF in Ludwigshafen. Bild: Picture Alliance

Die Chemieindustrie schlägt Alarm: Fällt Gas aus Russland kurzfristig aus, sind Arbeitsplätze bedroht. BASF in Ludwigshafen, dem größten Chemiestandort der Welt, droht sogar ein Produktionsstopp.

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          Der Chemiekonzern BASF hat vor drastischen Folgen eines möglichen Gasembargos aus Russland gewarnt. Sollten die Gaslieferungen um die Hälfte reduziert werden, würde das Werk in Ludwigshafen – der größte Chemiestandort der Welt – den Betrieb einstellen müssen. Dann sei mit erheblichen Auswirkungen auf die Grundversorgung der Bevölkerung nicht nur in Deutschland und damit auf das Gemeinwesen zu rechnen, erklärt der Konzern anlässlich seines Investorentages. Vorstandschef Martin Brudermüller sagte, es gebe keine Möglichkeit, russisches Gas kurzfristig zu ersetzen. Der Konzern arbeite intensiv daran, die Abhängigkeit von Gas zu verringern. Kurzfristig sei dies jedoch nicht möglich.

          Bernd Freytag
          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Mainz.

          Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Chemiegewerkschaft IG BCE und Aufsichtsratsmitglied von BASF, hatte am Morgen dem Deutschlandfunk gesagt, bei einer Gasversorgung unter 50 Prozent könne ein Verbundstandort wie Ludwigshafen – wo fast 40.000 Menschen arbeiten – nicht mehr stabil gefahren werden, er müsste deshalb ganz heruntergefahren werden. „Alle würden in Kurzarbeit gehen oder ihren Job verlieren.“ Wenn es keine Kompensation für russisches Gas gebe, wären die Auswirkungen auf die chemische Industrie nach seinen Worten dramatisch: Der Ausfall würde „über einen relativ kurzen Zeitraum Hunderttausende Arbeitsplätze kosten“ und sich auf die Versorgung auswirken.

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