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Gamescom : Jetzt zockt auch die Oma

Jeder zehnte über 65 spielt

Doch spielt auch immerhin jeder zehnte über 65-Jährige. Die Anteile zwischen männlichen und weiblichen Spielern sind erstmals gleich hoch, nachdem in den vergangenen Jahren das Wachstum an Frauen in der Szene rasant war. Zudem kann sich jeder vierte Bürger vorstellen, in der Zukunft zu daddeln. Das spiegelt sich auch in Arbeitsplätzen wider: 32 000 Arbeitsplätze gebe es bereits in der hiesigen Spielebranche - und trotzdem einen Fachkräftemangel, heißt es.

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Dass Videospiele so in der breiten Masse der Bevölkerung angekommen sind, liegt vor allem an den Smartphones. Mit nur wenigen Klicks werden kurzweilige Spiele aufgerufen. Da verwundert es auch nicht, dass diese am beliebtesten sind: Etwa 56 Prozent der Befragten gaben gegenüber dem Bitkom an, diese zu spielen. Nahezu acht von zehn Gamern gaben an, auf dem Smartphone zu spielen - vor zwei Jahren war das lediglich die Hälfte. Insgesamt 520 Millionen Euro gaben die Deutschen für Spiele auf Handys, Tablets und mobilen Konsolen aus.

Eine halbe Milliarde Dollar für ein Spiel

Hier auf der Gamescom liegt das Hauptaugenmerk auf den großen Blockbuster-Produktionen und nicht auf den kleinen Handyspielen für zwischendurch. Eine Spieleentwicklung kostet heutzutage schnell mehrere hundert Millionen Dollar. Beispielsweise hat der Entwickler Rockstar in das erfolgreiche Spiel „GTA 5“ 260 Millionen Dollar gesteckt. Für „Destiny“ soll Activision Blizzard sogar eine halbe Milliarde Dollar ausgegeben haben.

Eines der Spiele, welches wohl den größten Entwicklungsaufwand auf der Gamescom hat, wird „Star Wars: Battlefront“ sein. Hier spielt man die aus den Filmen bekannten Schlachten aus der Egoperspektive nach. Der Stand ist aufwendig mit Motiven aus Star Wars gestaltet, mit dem Tie-Fighter wurde sogar ein Raumschiff nachgebaut. Das Spiel soll zeitlich passend rund um den neuesten Film im November erscheinen und verdient wohl - wie der Film - am ehesten den Titel Blockbuster. Das Publikum ist sehr neugierig, was es zu sehen bekommt, denn schon zeitig stehen Hunderte an dem Stand von Electronic Arts an.

Doch auch für andere Spiele wurde extremer Aufwand betrieben. Für „Fallout 4“, in dem man als Spieler eine postapokalyptische Welt erkundet, standen die Sprecher des Protagonisten zwei Jahre im Tonstudio, um jeweils 13.000 Dialogzeilen aufzunehmen. Und für den neuesten Teil der „Assassins Creed“-Reihe, in dem man einen Meuchelmörder verkörpert, der sich akrobatisch durch das viktorianische London bewegt und gegen eine Verschwörung kämpft, wurden echte Schauspieler und Akrobaten abgefilmt, um möglichst realitätsnahe Bewegungen auf den Bildschirmen abbilden zu können.

Neben Produktionen wie diesen liegt der Fokus besonders auf sogenannten Virtual-Reality-Brillen. Setzt man diese auf, taucht man komplett in die virtuellen Welten ab. Man kann mit Haien schwimmen, Achterbahn fahren oder einen Bungee-Sprung machen - und es fühlt sich an, als wäre man mittendrin. Denn bewegt man den Kopf, bewegt sich auch der Ausschnitt der Spielwelt realitätsgetreu. Das ist so nah am realen Leben, dass manchen mit den Brillen sogar schlecht wird. Die Spieler sind trotzdem begeistert: An den Ständen mit solchen virtuellen Brillen, zum Beispiel dem „Projekt Morpheus“ von Sony, sind die Schlangen am längsten. Und von den Spielern hört man während des Testens lauter „Boah“, „Krass“ und „Geil“. Fast so unisono, dass man die hämmernden Bässe im Hintergrund vergessen könnte.

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