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Warenhauskette : Galeria Karstadt Kaufhof will fast die Hälfte aller Häuser schließen

  • -Aktualisiert am

Bei der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof droht die Schließung von bis zu 80 Häusern. Bild: EPA

Drohender Kahlschlag bei der Warenhauskette: 80 der rund 170 Filialen könnten dichtgemacht werden, was einen großen Teil der 28.000 Mitarbeiter treffen dürfte.

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          Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof will Medienberichten zufolge fast die Hälfte ihrer Filialen schließen. 80 der rund 170 Filialen könnten dichtgemacht werden, was einen großen Teil der 28.000 Mitarbeiter treffen dürfte.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Darüber hinaus sollten in den restlichen Filialen bis zu zehn Prozent der Stellen gestrichen werden. Das stehe in einem Entwurf des Sanierungsplans für den Warenhauskonzern, wovon der “Spiegel“ berichtete. Der Konzern wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern. Es gebe noch keine finalen Beschlüsse, sagten mit der Situation vertraute Personen. Das Unternehmen spreche mit den Warenhaus-Vermietern über Mietminderungen, was noch Auswirkung auf die Schließungspläne haben könnte.

          Frank Kebekus, der gerichtlich bestellte Sachverwalter für Karstadt Kaufhof, hatte im Gespräch mit der F.A.Z. kürzlich noch gesagt, dass es „sicher keinen Kahlschlag geben“ werde. „Ich bin auch überzeugt, dass es am Ende des Verfahrens eine deutlich stärkere Galeria Karstadt Kaufhof geben wird als vorher“, sagte Kebekus.

          Gemeinsam mit dem Sanierer Arndt Geiwitz ist der Insolvenzverwalter Kebekus für den Sanierungsplan zuständig, der dem Amtsgericht in Essen vorgelegt wird. Galeria Karstadt Kaufhof befindet sich seit Anfang April in einem sogenannten Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung, was das Unternehmen für drei Monate vor dem Zugriff der Gläubiger schützt. Kebekus hatte gegenüber der F.A.Z. angekündigt, dass es zu Schließungen komme werde. „Es wäre unseriös zu sagen, dass es keine Einschnitte geben muss“, sagte der Sachverwalter.

          „Das ist brutal!“

          Die Gewerkschaft Verdi kritisierte die Pläne des Warenhauskonzerns. „Das ist brutal! Es hat den Anschein, dass die Unternehmensleitung und der Eigentümer die Corona-Krise missbrauchen, um ihre ursprünglichen Planungen von Standortschließungen und Entlassungen doch noch umzusetzen“, sagt Stefanie Nutzenberger, die im Bundesvorstand der Gewerkschaft Verdi sitzt und dort für den Handel zuständig ist. Ende des vergangenen Jahres hatte sich die Gewerkschaft mit dem Warenhauskonzern noch auf einen Tarifvertrag geeinigt, wonach es auch für Karstadt Sports und Karstadt Feinkost eine Rückkehr zum Flächentarifvertrag geben sollte. Dabei ging es um Lohnerhöhungen und Arbeitsplatzsicherheit bis 2025.

          Die Warenhäuser von Karstadt Kaufhof waren seit dem 18. März geschlossen, sind im Zuge der Lockerungen inzwischen zum größten Teil wieder geöffnet. Das Unternehmen beklagte, in der Zeit der Schließung jede Woche 80 Millionen Euro verloren zu haben, die Verluste summierten sich inzwischen auf mehr als eine halbe Milliarde Euro. Diese Zahl könne sich aber noch verdoppeln, schrieb die Geschäftsleitung kürzlich in einem Brief an die Mitarbeiter.

          Galeria Karstadt Kaufhof gehört der Signa-Holding des österreichischen Immobilien-Investors Rene Benko. Dem Unternehmen gehören selbst einige Immobilien aus dem Konzern. Zuletzt hatte Signa aber eine Reihe an Warenhaus-Immobilien an den Finanzinvestor Apollo verkauft. Benko hatte im Zuge der Zusammenlegung von Karstadt und Kaufhof in den vergangenen Monaten gut eine halbe Milliarde Euro in das Unternehmen investiert und kürzlich noch einmal 140 Millionen Euro für Liquidität nachgeschossen. Von dem Milliardär lägen „weitere Zusagen für eine sehr umfangreiche Unterstützung“ vor, sagte der Insolvenzverwalter Kebekus.

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