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Weniger als erwartet : Galeria Karstadt Kaufhof schließt gut ein Drittel seiner Filialen

  • -Aktualisiert am

Das neue Logo anzubringen, ist vielleicht nicht mehr nötig: Eine Kaufhof-Filiale in Leipzig Bild: ZB

Zunächst standen 80 Filialen der fusionierten Kaufhauskette auf der Kippe, jetzt werden es zumindest einige weniger. Dennoch könnten gut 6000 Stellen gestrichen werden.

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          Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof will 62 seiner verbliebenen 172 Filialen schließen. In einem ersten Entwurf des Sanierungsplans war noch von 80 zu schließenden Filialen die Rede. Noch am Donnerstagabend sollte ein verbindlicher Sozialplan unterschrieben werden, hieß es aus Verhandlungskreisen zwischen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Vier Tage lang hat Galeria Karstadt Kaufhof mit der Gewerkschaft Verdi verhandelt, nun sollen offenbar gut 6000 Stellen gestrichen werden. Insgesamt hat Karstadt Kaufhof gut 32.000 Mitarbeiter, die am Freitag über die Pläne informiert werden sollen. Gestutzt werden dürften auch die Filialen von Karstadt Sports und das Reisegeschäft. Stellenstreichungen soll es auch in der Unternehmenszentrale geben. Dem Sanierungsplan muss allerdings noch der Gläubigerausschuss des Unternehmens zustimmen, der sich am kommenden Montag berät.

          Stephan Fanderl, der Vorstandsvorsitzende von Galeria Karstadt Kaufhof, war in der vergangenen Woche zurückgetreten. Die Trennung erfolge „einvernehmlich“ hieß es. Galeria Karstadt Kaufhof hatte Anfang April ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung beantragt, nachdem die Verhandlung über einen KfW-Kredit in Höhe von gut 700 Millionen Euro gescheitert war. Durch die behördlich angeordnete Schließung während der Corona-Krise habe das Unternehmen 500 Millionen Euro an Umsatz verloren, heißt es.

          Weiter wenig Kunden

          Wegen der Infektionsgefahr ist die Kundenfrequenz auch nach der Wiedereröffnung anhaltend niedrig geblieben. Das Unternehmen rechnet mit einem Umsatzverlust von 1 Milliarde Euro. In einem internen Brief hatte der Generalbevollmächtigte von Karstadt Kaufhof, Arndt Geiwitz, mitgeteilt, dass „spätestens im August 2020 weitere liquide Mittel in dreistelliger Millionenhöhe nötig sind“.

          Neben den ständigen Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern verhandelten die Sachwalter und die Geschäftsführung gleichzeitig mit den Vermietern und Lieferanten, um die Kosten unter Kontrolle zu bringen. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Jürgen Ettl hatte die Vermieter zu Zugeständnissen aufgefordert, weil der Warenhauskonzern jahrelang treuer Mieter gewesen sei und die Zukunft nun nicht nur an den Beschäftigten hängen dürfe.

          Galeria Karstadt Kaufhof gehört der Signa-Holding des Immobilien-Investors Réne Benko. Der österreichische Milliardär hatte im Zuge der Zusammenlegung von Karstadt und Kaufhof in den vergangenen Monaten gut eine halbe Milliarde Euro in das Unternehmen investiert und kürzlich noch einmal 140 Millionen Euro für Liquidität nachgeschossen. Von Benko lägen „weitere Zusagen für eine sehr umfangreiche Unterstützung“ vor, sagte der Insolvenzverwalter Frank Kebekus im April. Auf Staatsgeld wollte das Unternehmen verzichten. Zum 1. Juli muss der Sanierungsplan stehen, sonst würde der Warenhauskonzern in ein reguläres Insolvenzverfahren laufen.

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