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Streit um das G36 : Heckler & Koch widerspricht Pfusch-Vorwürfen

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Ein Rekrut auf dem Truppenuebungsplatz Wüstenei mit dem Sturmgewehr G36 und einem Magazin mit scharfer Munition. Bild: dapd

Wurde die Treffgenauigkeit des Sturmgewehrs G36 durch geheime Werkstoffmodifikationen negativ beeinflusst? Nein, sagt der Hersteller.

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          Der Waffenhersteller Heckler & Koch ist dem Vorwurf entgegengetreten, bei der Produktion des G36 unerlaubt billigeren Kunststoff beigemischt – und damit die Treffgenauigkeit des Gewehrs entgegen der Absprachen mit dem Auftraggeber ungünstig beeinflusst zu haben. In einer Presseerklärung teilte die Firma am Mittwochabend mit, die Materialbeschaffenheit der Waffe sei dem Auftraggeber „jederzeit bekannt“ gewesen und der Werkstoff jeweils „in enger Abstimmung mit der Bundeswehr“ konfiguriert worden.

          Der „Stern“ hatte am Mittwoch aus einem geheimen Bericht des Bundesrechnungshofs zitiert, der im Juni 2014 angefertigt worden sein soll. Demnach hatte das Wehrwissenschaftliche Institut der Bundeswehr Unterschiede zwischen Serienwaffen, die von der Bundeswehr genutzt werden, und einer Vorführwaffe aus dem Jahr 1993 ausgemacht, mit dem die Streitkräfte von der Leistungsfähigkeit überzeugt worden sein sollen. Demnach ließ sich im Gehäuse der späteren Serienwaffen der Polyethylen nachweisen. Ein Werkstoff, der gegenüber dem zuvor verwendeten, teureren Material nach Auskunft eines vom „Stern“ zitierten Werkstoffkunde-Experten die Steifigkeit und Festigkeit der Waffe negativ beeinflussen könne.

          Die Kritik an der Werkstoffzusammensetzung des Gewehrs ist eine neue Facette im Streit um die Leistungsfähigkeit des G36. Bislang stand vor allem die Frage im Raum, ob das Gewehr den Ansprüchen von Auslandseinätzen wie in Afghanistan genüge, die erst Jahre nach der Einführung der Waffe in die Bundeswehr begannen. Die Waffe ist am Hindukusch großer Hitze ausgesetzt. Auch wurde sie in den Gefechten der vergangenen Jahre mitunter offenbar häufiger im Dauerfeuermodus verwendet. Eine Belastung, für die das Gewehr laut Herstellerangaben nicht ausgelegt ist.

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