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Fußball-Senderechte : Endspiel um die Bundesliga

Kaiserlicher Beistand: Franz Beckenbauer spricht exklusiv für Sky Bild: dapd

Die Deutsche Telekom will Sky die Fußball-Senderechte abjagen. Aber darf ein Staatskonzern überhaupt Rundfunkanbieter sein?

          4 Min.

          Gute Freunde kann niemand trennen, gute Freunde sind nie allein“, hat einst Franz Beckenbauer gesungen. Das Singen hat Deutschlands Jahrhundert-Fußballer schnell wieder aufgegeben, des Kaisers Worte aus der Tiefe des Raumes haben aber noch immer Gewicht, wenn es um Fußball geht. In dieser Woche hat sich Franz Beckenbauer als Co-Kommentator exklusiv vom Bezahlsender Sky unter Vertrag nehmen lassen.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Und dort braucht man gute Freunde dringender denn je. Denn Sky Deutschland will die Ware Bundesliga für viel Geld kaufen, sieht sich aber einem noch zahlungskräftigeren Wettbewerber gegenüber. Wenn bis zum kommenden Montag, Punkt 12 Uhr, bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) alle Gebote für die Übertragungsrechte der Jahre 2013 bis 2017 vorliegen, zeichnet sich ein Endspiel zwischen Sky und der Deutschen Telekom ab.

          Sky ins Abseits stellen

          Beide werden aller Voraussicht nach um dieselben Senderechte bieten, und zwar um so ziemlich alle technischen Verbreitungswege, also Kabel, Satellit, Internet (IP-TV) und Mobile-TV. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert erwartet eine Steigerung der Rechteerlöse. Bislang erhalten die Bundesliga-Vereine durchschnittlich 412 Millionen Euro im Jahr. Rund 250 Millionen Euro lässt sich Sky die Live-Spiele kosten, etwa 100 Millionen Euro überweist die ARD für die zeitnahe Zusammenfassung in der samstäglichen „Sportschau“. Ziemlich günstig ist die Telekom an die IP-TV-Rechte gekommen, doch in der neuen Auktion werden für diesen Vierjahreskontrakt sicher mehr als 25 Millionen Euro fällig.

          Die große Frage ist, wie viel die Telekom bereit ist, für den großen Rest auf den Tisch zu legen. Sky-Chef Brian Sullivan hätten schon vor zwei Jahren die Ohren klingeln müssen. Aber was René Obermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, im Frühjahr 2010 als Teil seiner neuen Konzernstrategie ankündigte, wird an der Isar damals eher für ein müdes Lächeln gesorgt haben. „Wir wollen Marktführer im deutschen Pay-TV werden“, so Obermanns selbstbewusste Ansage. Bei seinerzeit weniger als einer Million Fernsehkunden war das eine gewagte Prognose. Drei Jahre Zeit hat Obermann dem Konzern dafür gegeben. Die sind bald abgelaufen, und so kommt die Neuvergabe der Fußballrechte genau passend, um Sky ins Abseits zu stellen.

          Sorgen um Medienstandort München

          Denn auch für die Telekom ist die Bundesliga eines der Zugpferde, um neue Abonnenten zu gewinnen. Von den rund 1,6 Millionen Haushalten, die inzwischen das Internetfernsehen „Entertain“ empfangen, hat immerhin ein Zehntel „Liga total“ abonniert. Es könnten sehr viel mehr sein: Seit die Telekom „Entertain“ auch über Satellit anbietet, schießen die Abonnentenzahlen in die Höhe. Aber weil die Bonner über Satellit keine Fußballspiele ausstrahlen dürfen, schauen Fans ohne schnellen Breitbandanschluss in die Röhre. „Wir wollen allen Entertain-Kunden Fußball anbieten können, unabhängig davon, welche technische Plattform sie nutzen“, beschreibt ein Sprecher die strategische Ausgangslage. Die Kabelrechte braucht die Telekom dafür eigentlich nicht, aber die Satellitenlizenz gibt es nur im Paket mit dem Kabel. Mit dieser Kopplung hat die DFL die beiden Rivalen geschickt auf dasselbe Spielfeld getrieben.

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